Young Caritas in Kamp-Lintfort  Jung und Alt gehen in Rikschas auf Tour

Kamp-Lintfort · Caritasverband Moers-Xanten und katholische Kirchengemeinde St. Josef wollen Jung und Alt zusammenbringen. Das erste Projekt, die Rikscha-Ausflüge für Senioren, wirbt für die im Aufbau befindliche Young-Caritas in Kamp-Lintfort.

Zwei Rikschas sind bereits angeschafft. Ab Mai sollen junge Leute als Guides mit älteren Menschen auf Sightseeing-Touren gehen.

Zwei Rikschas sind bereits angeschafft. Ab Mai sollen junge Leute als Guides mit älteren Menschen auf Sightseeing-Touren gehen.

Foto: Norbert Prümen

Ab Mai werden fünf Rikschas mit ihren Fahrgästen auf große Sightseeing-Touren durch Kamp-Lintfort gehen: Zwei Rikschas sind schon angeschafft, zehn junge Menschen, die ihre Zeit spenden wollen, als Fahrer gefunden und verschiedene Ausflugstouren ausgearbeitet. Das neue Kooperationsprojekt der katholischen Kirchengemeinde St. Josef und des Caritasverbandes hat Alt und Jung im Blick. Es soll Senioren, die alleine in ihrem Zuhause leben oder ihren Alltag in einer Pflegeeinrichtung verbringen, die Teilhabe am Leben ermöglichen und mehr Lebensqualität durch gemeinsame Ausflüge bieten. „Gleichzeitig möchten wir das junge soziale Engagement in unserer Stadt fördern und den Nachwuchs im Ehrenamt mobilisieren“, sagt Hans-Peter Niedzwiedz, der zu den Projektpaten gehört, die seit etwa einem Jahr das Konzept entwickelt haben.

Die Rikscha-Touren sind das Pilotprojekt für die aktuell in der Kloster- und Hochschulstadt in Gründung befindliche Young-Caritas, die junge Leute ansprechen soll. „Wir möchten so junge Menschen gewinnen, die Freude am Austausch haben, gerne Fahrrad fahren und interessiert sind an der Entwicklung ihres Lebensraumes“, heißt es dazu auf einem Info-Blatt der Projektpartner. Für das Rikscha-Projekt werden sie zu Guides ausgebildet, also zu Begleitern, die die Menschen vor Ort führen und bei Besichtigungen behilflich sind. In einer Schulung wird den Guides, die mindestens 16 Jahre alt sein sollten, die theoretischen und praktischen Kenntnisse für diese Aufgabe vermittelt. Die Schulungen werden durch die Kreispolizeibehörde und die Kreisverkehrswacht Wesel durchgeführt. Die erste Schulung soll am 28. März stattfinden. Als Rikscha-Fahrzeuge werden technisch ausgereifte E-Bikes eingesetzt, die laut Initiatoren, sowohl Passagieren als auch Fahrern einen hohen Komfort bieten. Wie Hans-Peter Niedzwiedz am Dienstag berichtete, sind immer Gruppenfahrten geplant. Daher hoffen die Projektpartner auf weitere Sponsoren, die bei der Anschaffung drei weiterer Rikschas helfen. Ein Gefährt kostet etwa 7500 Euro. Rotary Club sowie die Deutsche Bank Stiftung ermöglichten die Anschaffung der ersten beiden Rikschas. Erste Mitstreiter für die Gründung einer Young-Caritas sind ebenfalls gefunden: Die Initiatoren arbeiten eng mit der Europaschule zusammen.

Die Schule hat im Oktober mit einem Sozialprojekt im Seniorenzentrum an der Geisbruchstraße (RP berichtete) ihre Berufswahlorientierung verstärkt. Die Schüler haben, wie Hans-Peter Niedzwiedz am Dienstag erzählte, in der Zwischenzeit Möbel gebaut, die im zukünftigen Hauptquartier der Young-Caritas für Gemütlichkeit sorgen sollen. Geplant ist, dass die Young-Caritas in das leer stehende Ladenlokal am Karl-Flügel-Platz einziehen wird, in dem bis vor einigen Jahren die Buchhandlung am Rathaus ihren Sitz hatte. Gesteuert wird das Vorhaben von Projektpaten, die es mit ihrem Know-how und ihrem Engagement an den Start bringen wollen – mit der Maßgabe, dass es später von den Jüngeren weitergeführt wird.

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