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Serie Die Gesundmacher: Wenn die Kniegelenke verschleißen

Serie Die Gesundmacher : Wenn die Kniegelenke verschleißen

Die Orthopädische Klinik I im St.-Bernhard-Hospital ist in der Region wichtige Anlaufstelle für Patienten mit schmerzhaften Gelenkschäden in Knie, Hüfte oder Schulter oder Fuß. Die Klinik führt im Jahr bis zu 800 Gelenk-Implantationen durch.

Dieter Kruck (64) treibt heute wieder gerne Sport: Er läuft viel, fährt Rad, geht und geht regelmäßig ins Fitnessstudio. Daran war bis Anfang 2014 nicht zu denken: Kruck, der in jungen Jahren aktiv Handball und später Tennis spielte, konnte nicht mehr laufen, das Treppensteigen war für ihn eine große Qual. Nach zwei arthroskopischen Operationen, der Spiegelung des Gelenkes mit der Behebung von Knorpelschäden, erhielt er 2011 im St.-Bernhard-Hospital zunächst im linken und in diesem Jahr dann im rechten Knie einen künstlichen Gelenkersatz. "Es geht mir wieder hervorragend", betont Kruck.

Die Endoprothetik ist neben Operationen der Wirbelsäule und der arthroskopischen Gelenkchirurgie ein Schwerpunkt der Orthopädischen Klinik I am Kamp-Lintforter Krankenhaus. "Wenn die Lebensqualität leidet, die Patienten so große Schmerzen haben, dass sie kein normales Leben führen können und die Röntgenbilder einen zu starken Verschleiß im Kniegelenk zeigen, dann ist ein künstlicher Gelenkersatz sinnvoll", erklärt Leitender Arzt Drs. (NL) Robertus van't Hullenaar, kommissarischer Leiter der Orthopädischen Klinik I am St.-Bernhard-Hospital. Allerdings sollten die Patienten nicht zu jung sein. "Die Prothesen haben nur eine beschränkte Haltbarkeit von etwa 15 Jahren."

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Bei älteren Patienten ist es der Verschleiß, der zu starken Schmerzen und Beeinträchtigung führen kann. Es gibt aber auch verschiedene Sportarten, die Knieschäden verursachen können. "Handball und Fußball zum Beispiel", sagt Robertus van't Hullenaar. "Viele Profifußballer haben oft schon mit 50 Jahren Probleme mit den Knien." Zur Diagnostik stehen den Medizinern im St.-Bernhard-Hospital Röntgengeräte, Ultraschall und auch das neue MRT zur Verfügung. In der Endoprothetik führen die Ärzte der Orthopädischen Klinik im Jahr 700 primäre Operationen, also Erstimplantationen durch. Davon betreffen 450 die Hüfte und 250 das Knie. Hinzu kommen noch die Wechseloperationen. Die hohe Zahl der Patienten, die einen künstlichen Gelenkersatz erhalten, führt der kommissarische Klinikleiter darauf zurück, dass die Menschen immer älter werden.

Neben dem Chefarzt, die Stelle ist zurzeit vakant, arbeiten drei Oberärzte und fünf Assistenzärzte in der orthopädischen Klinik. Die künstlichen Kniegelenke, die am St.-Bernhard-Hospital implantiert werden, bestehen aus Titanium, einem festen Kunststoff und poliertem Stahl. Es gibt aber auch Prothesen, die speziell für Allergiker geeignet sind. "Sie haben eine spezielle Beschichtung, sind aber auch deutlich teurer", erläutert van't Hullenaar. Die Operation, bei der das künstliche Kniegelenk eingebaut wird, dauert etwa eineinhalb Stunden. "Das Kniegelenk ist im Aufbau komplizierter als das Hüftgelenk", erläutert Oberarzt van't Hullenaar. Das St.-Bernhard-Hospital informiert auf seiner Homepage detailliert über den Ablauf einer solchen Operation.

Nach der OP dürfen Patienten noch nicht sofort aufstehen und das neue Gelenk ausprobieren - wegen des Schmerzkatheters, den der Anästhesist vor der Operation in der Leiste an den Oberschenkelnerven gelegt hat. Auf diese Weise wird der Nerv betäubt, was dem Patienten die Schmerzen, aber auch die Muskelkraft nimmt. Zwei Mal am Tag wird das neue Knie dann auf einer sogenannten Motorschiene passiv bewegt "Erst nach drei bis vier Tagen darf das Knie zum Teil belastet werden", erklärt Robertus van't Hullenaar. Anschließend beginnt für die Patienten die Übungsphase. Ziel ist es, eine Beugung im Kniegelenk von über 110 Grad zu erhalten. Wichtig ist die anschließende Reha.

"Am besten ist es, wenn sie sich direkt an den Krankenhausaufenthalt anschließt", betont Dieter Kruck, der damit die besten Erfahrungen gemacht hat. Dort geht es darum, die Muskeln wieder aufzubauen und Funktionsstörungen aufzulösen.

"Ich war auf diese Weise nach einem Vierteljahr wieder fit und betätige mich auch wieder sportlich." Oberarzt van't Hullenaar empfiehlt zum Beispiel Laufen, Nordic Walking und Schwimmen als gelenkschonende Sportarten, warnt aber vor zu hohen Erwartungen. Dieter Kruck hat heute keine Schmerzen mehr. "Aber man spürt , dass es sich um etwas Fremdes in den Knien handelt - zum Beispiel, wenn man auf dem Boden kniet."

www.st-bernhard-hospital.de

(RP)