Weltgarten thematisiert auf der Laga in Kamp-Lintfort den globalen Klimaschutz

Landesgartenschau in Kamp-Lintfort : Weltgarten thematisiert auf der Laga den globalen Klimaschutz

Die Finanzierung des Projektgartens von „Eine Welt Netz NRW“ und „fair/rhein“ für die Landesgartenschau 2020 in Kamp-Lintfort ist komplett bewilligt.

Das Wort Klimaschutz ist im Weltgarten nicht direkt zu finden. Aber der globale Klimaschutz ist dort überall zu entdecken, wenn er am 17. April 2020 mit der Landesgartenschau eröffnet wird. Zum Beispiel lernen Besucher im Orangenparcours, wie sich Orangenmonokulturen in Brasilien auf die Ökologie auswirken, etwa auf den Kohlenstoffdioxidausstoß. Im Kaffeeparcours, der rechts daneben am Eingang liegt, erfahren sie etwas über den immensen Wasserverbrauch einer Plantage, der sich wiederum auf den CO2-Ausstoß auswirkt. An der Station Einkaufskorb sehen sie, wie sie die Welt „verändern“, wenn sie zum Beispiel in den Urlaub fliegen und dabei viel Kohlenstoffdioxid ausstoßen.

„Nachhaltigkeit und gerechte Verteilung des Wohlstandes sind die beiden großen Themen des Weltgartens“, sagt Reinhard Schmeer. „Die Nachhaltigkeit ist seit Langem ein Thema der Eine-Welt-Bewegung. Wie wirkt es sich global aus, wenn ich einen Kaffee trinke, der nicht aus fairem Handel kommt? Das ist eine der vielen Fragen. Besucher sollen erfahren, wie sich ihr Lebensstil auf die Erde auswirkt und wie sie enkelverträglicher leben können.“ Diese Gedanken seien bereits vor der aktuellen Klimaschutz-Debatte entstanden: „Dass das Thema durch die Friday-For-Future-Bewegung seit dem Frühjahr so aktuell werden würde, konnte niemand wissen, als wir im Herbst letzten Jahres die Planungen für den Weltgarten begonnen haben.“

Der Moerser, der bis 2008 evangelischer Pfarrer in Moers-Asberg war, ist Vorsitzender des Vereins „fair/rhein“. Über sein Regionales Vertriebszentrum an der Ecke von Schulstraße und Eyller Straße, das zugleich der einzige Weltladen in Kamp-Lintfort ist, beliefert der Verein rund 15 Läden und 80 Gruppen am Niederrhein mit nachhaltigen und fair gehandelten Produkten. Die Menschen erhalten dafür einen gerechten Lohn, mit dem sie ihre Familien ernähren können. „fair/rhein“ ist Betreiber des Gartens, der 25 mal 25 Meter groß ist. Eine pädagogische Vollzeitkraft, zwei Teilzeitkräfte und mehrere Ehrenamtliche sind vor Ort, um Gruppen zu führen, für ein Gespräch bereit zu stehen oder Kaffee, Tee und andere Getränke anzubieten. Träger des Weltgartens ist das Eine-Welt-Netz Nordrhein-Westfalen. Ein wesentlicher Teil der Finanzierung kommt von der Stiftung Umwelt und Entwicklung NRW. Seit Anfang Juli ist die Bewilligung zugesagt und damit die komplette Finanzierung gesichert.

Ein weißes Kuppelzelt gehört zum Weltgarten. Auf 75 Quadratmetern lernen Besucher an Mitmachstationen, wie sie mit ihrem Konsum das Klima beeinflussen. „Wir bieten auch Veranstaltungen im Rahmen des grünen Klassenzimmers für Kindergärten und Schulen an“, sagt Reinhard Schmeer. „Die Kinder und Schüler können zu verschiedenen Themen – auch mit Hilfe der Stationen – lernen, was sie unternehmen können, damit die Erde als Lebensraum eine Zukunft hat.“

„Für den Betrieb haben schon einige Ehrenamtliche zugesagt“, berichtet Reinhard Schmeer. „Das ist schön. Wir bieten ein nettes Team und die Möglichkeit, eigene Ideen zu verwirklichen. Alle werden in ihre Aufgaben eingewiesen, geschult und betreut. Die Mitarbeit richtet sich nach den zeitlichen Kapazitäten. Sie ist auf ein halbes Jahr begrenzt.“ Interessierte können sich im Weltladen melden, unter 02066 416712 anrufen oder eine Mail schreiben. Neuigkeiten und Termine finden Sie unter www.fair-rhein.de.

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