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Kamp-Lintfort: Weinlese: Ein edler Tropfen zur spannenden Krimi-Lesung

Kamp-Lintfort : Weinlese: Ein edler Tropfen zur spannenden Krimi-Lesung

Das erste und einzige rheinübergreifende Krimiautorenduo Thomas Hesse und Renate Wirth war zu Gast im Weinhaus Wörpel.

Im Rahmen der Reihe "WeinLese" des Vereins LesART, die zweimal im Jahr den Genuss eines edlen Tropfens mit dem Vergnügen eines spannenden Buches kombiniert, fanden sich über 50 Gäste in dem Laden an der Moerser Straße ein. Auf Weinkisten sitzend genossen sie das Ambiente mit einem Glas Dornfelder oder Müller-Thurgau in der Hand, lauschten einigen Ausschnitten aus den Büchern und durften neugierige Fragen zu deren Entstehung stellen.

Thomas Hesse aus Wesel und Renate Wirth aus Xanten schreiben seit 2005 gemeinsam Niederrhein-Krimis. Ihr Markenzeichen ist neben der genauen Beschreibung von authentischen Örtlichkeiten am Niederrhein die Betitelung ihrer Romane mit Tiernamen. Bis auf das erste Buch namens "Das Dorf" zieht sich dieses Merkmal durch alle Titel: "Die Eule", "Die Spinne" und "Der Käfer" sind nur drei von insgesamt neun Krimis, die bisher beim Kölner Emons-Verlag erschienen sind.

Bei dem "Käfer" handelt es sich allerdings um die wahre Geschichte eines Kleinwagens, der nach einem Unfall im Jahr 1960 auf einem Privatgrundstück verbuddelt worden war und im Jahr 2014 wieder ans Tageslicht kam. Auch dem neuesten Werk der beiden liegt eine echte Begebenheit zugrunde, die aktuell noch für Diskussionsstoff sorgt: "Das schwarze Schaf" handelt von einem Mordfall im Umfeld der Proteste gegen den seit Jahren geplanten Ausbau der Betuwe-Linie. Renate Wirth las eine Textstelle, in der es um einen ominösen Rucksack geht, der auf den Schienen abgelegt wird.

Kommissar Nikolas Buurmeester bleibt bei der halsbrecherischen Verfolgung an einem Akazienbaum hängen und liest an einer Wand am Bahndamm die unheilverkündenden Worte "Boom in your face". Sowohl der Baum als auch das Graffiti seien echt, betonte Wirth. Und auch zu den Bürgerversammlungen der Protestler wurde genau recherchiert. Wie es denn überhaupt funktioniere, zu zweit ein Buch zu schreiben, fragten die Zuhörer im zweiten Teil der Lesung. "Am Anfang steht immer eine Idee, wie die neue Geschichte beginnen soll, dabei will jeder seine Idee durchsetzen", erklärte Hesse. Im Weiteren würden sich die beiden "auf neutralem Terrain" in einem Café treffen, um ihre Ideen, Figuren und erste Textentwürfe gemeinsam zu besprechen. Dabei entwickele Hesse, der Germanistik und Theaterwissenschaften studiert hat und lange die Lokalredaktion der RP in Wesel leitete, die Charaktere.

Renate Wirth, im wahren Leben Psychotherapeutin, sei diejenige, die die Ideen dann in ihrem Schreibstil mit Leben füllt. Ein Jahr lang wird recherchiert, konzipiert, geschrieben. Besonderen Spaß mache es, sich Namen auszudenken, wie zum Beispiel den des Kommissars "Gero von Aha". Die Leser würden es lieben, über die verschiedenen Krimis hinweg mit den Figuren mitzugehen. "Es gibt Leser, die wissen mehr über unsere Figuren als wir selbst", so Hesse schmunzelnd.

(rauh)