Kamp-Lintfort: Warum das Seepferdchen nicht reicht

Kamp-Lintfort: Warum das Seepferdchen nicht reicht

In den Schulen fällt der Schwimmunterricht oft aus, also muss es ein Verein richten, dachte man sich in Kamp-Lintfort. Jedes Jahr bildet der Schwimmclub 1957 knapp 150 Kinder aus. "Erwachsene müssen sich bei uns aber nicht schämen", sagt der Vorsitzende.

"Pack die Badehose ein!" Was gibt es Schöneres, als bei sommerlichen Temperaturen im kühlen Wasser zu planschen? Doch der Badespaß hat auch eine weniger schöne Seite. Letztes Jahr starben in Deutschland 404 Menschen bei Badeunfällen, darunter auch Kinder. "40 bis 45 Prozent aller Viert- bis Sechstklässler können nicht richtig schwimmen", sagte Peter Harzheim, der Präsident des Deutschen Schwimmlehrerverbandes vor einem halben Jahr im Internet.

Eine Behauptung, die der Vorsitzende des "Lintforter Schwimm-Clubs 1957" Werner Pusnik nur bestätigen kann. Sein Verein bringt jährlich mehr als 150 Kindern Schwimmen bei, und nicht selten sind darunter auch solche, die bereits ein "Seepferdchen"-Abzeichen haben. "Die meisten Schwimmlern-Kurse sind auf eine bestimmte Stundenzahl limitiert. Dabei wird allerdings nicht immer berücksichtigt, dass jedes Kind eine ganz individuelle Lerngeschwindigkeit hat", begründet Armin Mesenhol das "Dilemma.

Der zweite Vorsitzende ist im Verein für die Schwimmausbildung verantwortlich. Ähnlich schwierig sei es auch mit dem Schwimmunterricht an Schulen. "Da muss immer ein weiblicher und ein männlicher Lehrer mitgehen, was aber oft nicht klappt, sodass der Schwimmunterricht häufig ausfällt. Bei uns lernen die Kinder jedoch so lange, bis sie wirklich richtig schwimmen können. Egal, wie lange das dauert." "Genau. Und das ist wirklich wichtig", sagt die eigentlich mehr für den Wettkampfsport des Lintforter Schwimmclubs zuständige Trainerin Corinna Kamp. "Manche Eltern lassen ihre Kinder vor ihrem demnächst geplanten Mallorca-Urlaub noch ganz schnell das Seepferdchen machen und meinen dann, sie brauchten sie im Hotel-Swimmingpool nicht mehr ständig zu beaufsichtigen."

Grundsätzlich kann bei den Lintforter Schwimmern schon ab vier Jahren mit der Schwimmausbildung begonnen werden. Die startet zunächst mit einer allgemeinen Wassergewöhnungsphase im Nichtschwimmerbecken des Kamp-Lintforter Hallenbades. "Damit die Kinder ein Körpergefühl für den Wasserauftrieb bekommen", so Armin Mesenhol. In der nächsten Phase werden dann schon die Grundlagen für verschiedene Schwimm- und Tauchtechniken vermittelt, die dann anschließend im großen Becken weiter vertieft werden können.

Dabei stehen für alle Trainingsstunden ausgebildete Schwimmlehrer zur Verfügung, die auch berechtigt sind, die entsprechenden Abschlusszertifikate zu vergeben. Daneben können aber auch erwachsene Nichtschwimmer beim Lintforter Schwimmclub noch schwimmen lernen, was vor allem für viele Flüchtlinge aus Afrika und den Kriegsgebieten im Nahen Osten interessant sein dürfte. "Da muss sich bei uns niemand schämen", sagt Armin Mesenhol. Natürlich hat der Verein neben dem Ausbildungsschwerpunkt auch noch eine sportliche Seite. So nehmen die Mitglieder der Jugendabteilung jedes Jahr an diversen nordrhein-westfälischen Vereinswettbewerben teil.

Darüber hinaus richtet der Lintforter Schwimmclub selber alljährlich einen eigenen Wettbewerb für rund 200 Teilnehmer anderer Vereine aus und pflegt zudem eine Fülle verschiedener Geselligkeitsgelegenheiten wie zum Beispiel jetzt am 30. Juni ein großes Sommerfest in und rund um sein Vereinsheim gleich neben dem neuen Kamp-Lintforter Panoramabad.

Weitere Informationen zum Lintforter Schwimmclub 1957 und den Aufnahmeantrag gibt es im Internet unter der Adresse http://lintforter-schwimm-club.de/ oder auch bei Mitglied Armin Mesenhol, Telefon 02842 60283

(lang)