Kamp-Lintfort/Moers: Vorfreude auf den 13. Bergmannstag

Kamp-Lintfort/Moers: Vorfreude auf den 13. Bergmannstag

Johannes Hartmann, früher auf dem Lintforter Bergwerk tätig, organisiert den doppelten Feiertag federführend mit.

Johannes Hartmann bekommt eine Gänsehaut, wenn er vom 30. Juni erzählt. "Bei der Extraschicht versammeln sich um 22.30 Uhr auf dem Gleisboulevard der Essener Zeche Zollverein 1600 Bergleute in ihren Bergmannstrachten und drei Bergmannsorchester", erzählt der 63-jährige, der heute in Kohlenhuck lebt. "Sie spielen den großen bergmännischen Zapfenstreich. Anschließend ist an den Rohr- und Transportbrücken eine Feuerschau mit Musikuntermalung zu sehen. Das Programm hat es in sich."

Er kennt dieses Programm genau, weil es nicht nur zur "Extraschicht, der Nacht der Industriekultur" gehört, sondern auch zum 13. Deutschen Bergmannstag, den er als stellvertretender Vorsitzender des Landesverbandes der Berg- und Knappenvereine mitorganisiert. "2015 haben wir beim Bundesverband beantragt, den Bergmannstag ausrichten zu dürfen. Den ersten Bergmannstag gab es 1963 in Gelsenkirchen. Seitdem findet er unregelmäßig statt, mit mehreren Jahren Pause dazwischen. Der zwölfte Bergmannstag wurde 2014 in Marienberg in Sachen gefeiert. Er heißt zwar Tag, dauert aber immer zwei oder drei Tage."

Im Mittelpunkt des 13. Bergmannstages steht der Steinkohlenbergbau in Deutschland, der Ende 2018 ausläuft, wenn die Bergwerke Prosper-Haniel in Bottrop und Ibbenbüren im nordöstlichen Nordrhein-Westfalen schließen. "Wir wollen eine Feier starten, die Freude verbreitet", sagt "Hannes" Hartmann. "Getrauert werden kann am Jahresende."

Weil der Landesvorsitzende Uwe Enstipp schwer erkrankte, als Ende 2016 die konkrete Planung des zweitägigen Treffens begann, hatte Hartmann die Gespräche zu führen. "Beteiligt sind die Ruhrkohle AG, die RAG-Stiftung, die Zeche Zollverein, der Ruhrtourismus, das Deutsche Bergbaumuseum in Bochum sowie die Städte Bochum und Essen", zählt er auf. Findet der zweite Tag des 13. Deutschen Bergmannstages doch am 1. Juli in Bochum statt. Er beginnt mit einem ökumenischen Gottesdienst im Musikforum an der Humboldtstraße, das 1500 Personen fasst. Von dort marschieren die Knappenvereine mit ihren Uniformen, Fahnen und Musikinstrumenten eineinhalb Kilometer zum Festzelt auf dem Europaplatz vor dem Bergbaumuseum. Dort startet ein Familienfest, bei dem die Preise für Getränke und Essen zivil sein sollen.

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Das Konzept des zweiten Tages erinnert an die Maifeiern, die Johannes Hartmann von den frühen 1990er Jahren bis 2004 zum Tag der Arbeit in der Kamp-Lintforter Stadthalle mit organisierte, als er freigestelltes Betriebsratsmitglied des Lintforter Bergwerkes war, das zu dieser Zeit "Friedrich Heinrich/Rheinland" hieß. Außerdem zeigt der Umzug Parallelen zum ersten niederrheinischen Bergmannstag, am 3. Oktober 2012.

"Es haben sich schon 1600 Teilnehmer aus ganz Deutschland angemeldet, zum Beispiel aus dem Saarland, Hessen, Niedersachen, Brandenburg-Berlin, Sachsen-Anhalt, Thüringen, Sachsen, Bayern, Baden-Württemberg und natürlich Nordrhein-Westfalen", freut sich der ehemalige Bergmann, der auch Vorsitzender des Bergknappenvereins und Jugendspielmannszuges Geldern 1947/1967 ist, weil er früher einmal in der Drachenstadt wohnte. "Jeden Tag trudeln weitere Anmeldungen ein. Ich denke, es werden 1800 werden, vielleicht auch 2000."

Die Anmeldungen laufen über das Organisationsbüro des Deutschen Bergbaumuseums in Bochum, das mit Margarete Merz zeitweise extra eine Mitarbeiterin abgestellt hat. Über eigene Web-Adressen können die Teilnehmer gleichzeitig Hotels buchen. Diese Adressen haben die Marketingabteilungen in Essen und Bochum mit dem Landesverband der Knappenvereine zusammengestellt.

"Der Tag ist eine Werbung für den Bergbau und seine Tradition", sagt der Mitorganisator.

(got)
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