Unesco-Schüler lernen in Kamp-Lintfort das Handwerk kennen

Ausbildung in Kamp-Lintfort : Unesco-Schüler lernen Handwerk kennen

Handwerk hat goldenen Boden“: Seit 14 Jahren bringt die Unesco-Schule ihre Schülern mit Meistern aus dem Handwerk in Kontakt. Es geht um Ausbildungschancen.

Insgesamt 13 Meister und Obermeister waren am Mittwoch in die Unesco-Schule gekommen, um den Schülern der zehnten Klassen die Besonderheiten ihrer jeweiligen Berufssparten zu erklären, Fragen zum Beispiel zu schulischen und persönlichen Voraussetzungen, Ausbildungsdauer, Bezahlung und Weiterbildungsmöglichkeiten zu beantworten. „Das ist uns ein echtes Anliegen“, erklärte der Optiker- und Akustikermeister Andreas Wiesner zu der von der Weseler Kreishandwerkerschaft und der Düsseldorfer Handwerkskammer unterstützten Initiative: „Diese jungen Leute sind unsere Zukunft.“ Dabei werde es „leider immer schwieriger, guten Nachwuchs zu finden“. „Die Zeiten, als wir für eine Ausbildungsstelle noch mehr als zehn Bewerber hatten, sind heute vorbei“, bedauerte er. „Die mit den guten Schulnoten wollen in der Regel studieren, weil sie sich damit später ein höheres Einkommen versprechen.“

Er habe die Erwartungen an seine Bewerber deswegen schon deutlich herunterschrauben müssen, lege aber dennoch nach wie vor großen Wert auf gute Deutsch- und Mathematiknoten. Darüber hinaus gucke er sich die jungen Leute übrigens vorher auch im Internet an: „Da erfährt man oft mehr über sie als aus ihren Bewerbungsschreiben.“

Für den Prokuristen des Rheinberger Natursteinbetriebes „Rundmund“ Thomislav Bosnjak spielen die Schulnoten dagegen nur eine untergeordnete Rolle. Dafür schaut er aber sehr aufmerksam auf die im Zeugnis verzeichneten Fehlstunden. „Damit weiß ich schon einiges über die zu erwartende Arbeitsdisziplin des Bewerbers.“ Ansonsten setze er in erster Linie auf persönliche Gespräche, und wieviel Interesse für seine Handwerkssparte vorhanden ist.

Und was meinten die Unesco-Schüler zu dem Handwerkstag? „Finde ich richtig gut“, erklärte die 17-jährige Annabell. „Viele Schüler der zehnten Klassen wissen noch nicht, was sie nach dem Schulabgang machen wollen. Da ist dieser Tag bestimmt sehr hilfreich.“ „Ja genau“, stimmte ihre gleichaltrige Klassenkameradin Marie zu: „Interessant ist dabei, dass man nicht nur die Oberfläche eines Berufes kennenlernt.“ Ihr Schulkollege Tayfun macht demnächst ein Praktikum bei der Kamp-Lintforter Heizungs- und Sanitär-Firma Buhl, in der Hoffnung auf einen Ausbildungsplatz.

Praktika sind sowohl für Schulabgänger als auch für ihre zukünftigen Ausbildungsbetriebe wichtig. „Bei uns bekommen Bewerber in der Regel nur einen Ausbildungsvertrag, wenn sie auch ein Praktikum bei uns gemacht haben“, erklärte Glasermeister Thomas Schulmeyer in seiner Informationsstunde. Lehrer Frieder Reck bestätigte dies. Praktika seien das entscheidende Sprungbrett für eine erfolgreiche Bewerbung im Handwerk.

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