Kamp-Lintfort: Umbau in der Marienkirche gestartet

Kamp-Lintfort: Umbau in der Marienkirche gestartet

Die katholische Kirche wird ein Kindergarten. Der Umbau soll im November beendet sein. Drei Kita-Gruppen sollen einziehen.

Die einstige Marienkirche gleicht zurzeit einer alten Industriehalle. Staub liegt in der Luft. Ein Bagger transportiert Schutt hinaus. Seit Mitte Februar wird das einstige Gotteshaus zu einem Kindergarten umgebaut. Im November soll alles fertig sein.

Die Idee zum Umbau hatte Weihbischof Wilfried Theising im August 2011. Denn der Kindergarten von St. Marien muss aus seinem heutigen Gebäude ausziehen, das gegenüber der Kirche an der Kreuzung von Vinnstraße und Kattenstraße liegt, da es nicht mehr den aktuellen Vorschriften des Brandschutzes entspricht. Außerdem hätte es erheblich umgebaut werden müssen, um Kinder unter drei Jahren dort betreuen zu können.

Was lag da näher, als die Marienkirche, die im September 2012 entweiht wurde, zu einem Kindergarten umzubauen? Dieser Umbau sollte im Oktober 2012 beginnen, um im Sommer 2013 vollendet zu sein. Aber der Beginn verzögerte sich. "Das lag an der Finanzierung, da Landesmittel fehlten", sagt Hans-Peter Niedzwiedz, der bis zum Juni 2013 Pastoralreferent in Sankt Josef war. "Kirchengemeinde, Stadt, Land und Bistum tragen die Kosten. Insgesamt sind es 1,9 Millionen Euro. 45 Prozent dieser Kosten trägt die Kirche."

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Schließlich wird das einstige Gotteshaus, das den Spitznamen Christstollen trägt, entkernt, weil es auf sieben spitzbogigen Holzbindern steht, die die räumliche Atmosphäre von unter Tage einfangen. In das acht Meter hohe Gebäude wird eine Zwischendecke eingezogen. Im Erdgeschoss liegen Gruppenräume, Nebenräume, Schlafräume und das Leiterinnenbüro. 55 Kinder sollen hier einziehen und spielen, davon 17 im Alter unter drei Jahren.

Im Obergeschoss befinden sich später eine Küche, ein Mehrzweckraum, der auch für Sportaktivitäten genutzt werden kann, ein Personalraum und Abstellräume. Rechts neben dem einstigen Altarraum wird ein Aufzug eingebaut. Zurzeit liegt dort noch ein Loch, über das der Bauschutt von einem Bagger nach draußen transportiert wird. In den nächsten Tagen werden darüber 110 Kubikmeter Beton hineingepumpt, um die Bodenplatte zu gießen. "Der Kindergarten ist für die Inklusion vorbereitet, wird also behindertengerecht sein", berichtet Franz-Josef Furth, Sprecher des Bauausschusses der Kirchengemeinde.

Er ist froh, dass für die Marienkirche eine neue Nutzung gefunden wurde, nachdem sie geschlossen wurde. "Die Kirche ist ein historisches Gebäude, das von der Geschichte Kamp-Lintforts erzählt, die eng mit dem Bergbau verbunden ist", sagt Furth. "Es wäre fatal für das Bild der Altsiedlung gewesen, sie abzureißen." Zumal nicht wenige Gemeindeleitungen im Bistum Münster nach Kamp-Lintfort schauen, weil überall Gotteshäuser geschlossen werden, für die Nachnutzungen zu suchen sind. Sie sollen sich ab Ende November von dem Ergebnis überzeugen können. "Bei Umbauten von historischen Gebäuden sind Zeitangaben immer schwierig", sagt Niedzwiedz. "Aber wir hoffen, zum Barbaramarkt am ersten Advent fertig zu sein."

(got)
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