Kamp-Lintfort: Ulrike Plitt vertritt den Bürgermeister

Kamp-Lintfort: Ulrike Plitt vertritt den Bürgermeister

Das Ehrenamt liegt Ulrike Plitt am Herzen. Die Geschäftsführerin des Lintforter Turnvereins (LTV) hat am Dienstag ein weiteres übernommen: Die Sozialdemokratin ist ab sofort zweite stellvertretende Bürgermeisterin in Kamp-Lintfort.

Die Zahl der Gratulanten war groß. "Ich habe viele liebe Anrufe und Nachrichten erhalten", erzählt Ulrike Plitt drei Tage nach ihrer Wahl zur zweiten stellvertretenden Bürgermeisterin. Die Sozialdemokratin folgt auf Ralf Borkenhäuser, der das Amt aus persönlichen Gründen niederlegte. "Er hat das Ohr auf den Schienen. Für mich war er 14 Jahre lang der Ansprechpartner, wenn ich wissen wollte, was die Leute wirklich denken", betont die Kamp-Lintforterin. "Er ist ein guter Zuhörer." Das möchte Ulrike Plitt ihm gleich tun: Auf die Menschen zugehen, zuhören, Ansprechpartnerin sein und Hilfestellung geben. "Das Verbindende zu suchen, darin sehe ich meine Aufgabe", betont sie. Die nötige Erfahrung bringt die 56-Jährige mit: So setzt sich die SPD-Politikerin als Geschäftsführerin des Lintforter Turnvereins seit fast zwei Jahrzehnten für den Sport in Kamp-Lintfort ein - besonders als Fachübungsleiterin in der Krebsnachsorge, für die Inklusion im LTV im Rahmen eines landesweiten Projekts, beim Rollatorentraining für Senioren und in vielen weiteren Projekten, die sie begleitet und initiiert hatte.

Ulrike Plitt ist seit ihrer Wahl am Dienstag eine von drei Stellvertreterinnen des hauptamtlichen Bürgermeister Dr. Christoph Landscheidt. Barbara Drese (SPD) ist erste stellvertretende Bürgermeisterin, Sabine Hermann (CDU) ist die dritte. Dass sie die Nachfolge von Ralf Borkenhäuser antreten soll, hat Plitt selbst erst vor wenigen Wochen erfahren. Fraktionsvorsitzender Jürgen Preuß fragte an, ob sie sich zur Wahl stellen würde. Nach einer kurzen Bedenkzeit stimmte sie zu. "Es ist genau mein Ding", sagt die Mutter zweier erwachsener Söhne. Das soziale Engagement liegt ihr besonders am Herzen. Vorbild ist für sie der Lintforter Turnverein: "Es gilt das bewusste Für- und Miteinander. Das trage ich in meinen Funktionen konsequent weiter." Dieser Zusammenhalt sei auch ein Grund dafür, dass der Verein keine Nachwuchsprobleme habe. Ulrike Plitt ließ sich 2000 außerdem beim Bildungswerk des Landessportbundes im Rahmen eines mehrmonatigen Praktikums zur Europäischen Sportmanagerin ausbilden. Dort lernte sie Wolfgang Roth (SPD) kennen, der sie fürs politische Engagement begeisterte. "Er war mein Praxisanleiter. Und so bin ich über den Sport in die Politik gekommen." Soziales und Sport sind heute ihre politischen Schwerpunkte. Sie ist Vorsitzende des Ausschusses für Soziales und Senioren. In der SPD-Fraktion ist sie Beisitzerin.

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Darüber hinaus ist die 56-Jährige stellvertretende Vorsitzende der Initiative Integration, Vorstandsmitglied im Stadtsportverband sowie im Kreissportverband. Nicht zuletzt engagiert sie sich als Jugendschöffin. Ulrike Plitt lebt für das Ehrenamt. In ihrer neuen Position als zweite stellvertretende Bürgermeisterin möchte sie sich dafür stark machen, dass das Ehrenamt deutlich mehr wertgeschätzt wird. "Wir müssen es attraktiv und nachhaltig gestalten", sagt sie. Aus ihrer Sicht gehört ganz wesentlich dazu, dass die Menschen, die sich fürs Gemeinwohl einsetzen, mehr begleitet und gecoacht werden, insbesondere die Jugend. Dafür müssten die Förderprogramme eingesetzt werden, findet sie. "Auch Ehrenamtler brauchen Seelenfutter. Im LTV halten wir es so, und machen unseren Helfern besondere Angebote." In ihrer Freizeit liebt sie das Gärtnern. "Unser Garten ist mein persönlicher Rückzugsort. Da buddele und grabe ich." Als wichtige Zeit benennt Ulrike Plitt für sich die Jahre, in denen sie ihre Eltern pflegte. "Ich habe mit meiner Mutter sehr viel unternommen. Das war für mich ein besonderes Geschenk. Diese Zeit habe ich voll ausgekostet."

(RP)