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Kamp-Lintfort: Überfall auf Kiosk: Gericht verhängt Haftstrafen

Kamp-Lintfort : Überfall auf Kiosk: Gericht verhängt Haftstrafen

Zwei der drei Angeklagten, die im Oktober 2016 einen Kiosk in Kamp-Lintfort überfallen haben, müssen wegen schweren Raubes ins Gefängnis. Der dritte Angeklagte muss ein soziales Training absolvieren. Er war zur Tatzeit noch 15 Jahre alt. Am Abend des 8. Oktobers waren die maskierten Männer in den Kiosk an der Moerser Straße gegangen und hatten die Mitarbeiterin mit einer Waffe bedroht. So erbeuteten sie mehrere Hundert Euro.

Die Auswärtige Große Strafkammer konnte nicht feststellen, um welche Waffe es sich handelte. Weil man nicht nachweisen konnte, ob es sich um eine funktionsfähige Schusswaffe, eine ungeladene Gaspistole oder möglicherweise sogar eine Nachbildung handelte, wurden die Männer nicht wegen besonders schweren Raubes verurteilt. Der 22-Jährige aus Kamp-Lintfort wurde zu einer Freiheitsstrafe von drei Jahren und neun Monaten verurteilt. Das Gericht ordnete die Unterbringung in einer Entziehungsanstalt an. Auch ein 17-Jähriger war bei dem Überfall dabei. Er wurde unter Einbeziehung einer Vorstrafe zu zwei Jahren Jugendhaft verurteilt. Zuvor hatten die Männer überlegt, einen Pizzaboten zu überfallen.

Ein Facharzt für Psychiatrie kam zu dem Schluss, dass der 22-Jährige zur Tatzeit nicht vermindert schuldfähig war. Man könne nicht von einem erheblichen Rauschzustand ausgehen. Vorangegangener Drogen- und Alkoholkonsum falle wegen der Gewöhnung nicht ins Gewicht. Außerdem habe der 22-Jährige "erfolgsorientiert gehandelt", als er die Kassiererin mit der Waffe bedrohte. Eine Drogensucht sei offensichtlich. Der Sachverständige befürwortete die Unterbringung in einer Entziehungsanstalt. Ursprünglich seien die Männer bei dem Überfall zu viert gewesen. Einer der Mittäter habe aber von dem Vorhaben Abstand genommen.

(bil)