Turbulente "Weihnachten im Stau" in der Stadthalle Kamp-Lintfort

Theater : Turbulente Weihnachten im Stau

Die Komödie am Altstadtmarkt in Braunschweig gastierte in der Kamp-Lintforter Stadthalle. Die Zuschauer erlebten ein Spektakel mit sechs Darstellern in 18 Rollen.

Drei Autos stehen kurz vor Weihnachten in einem Stau auf der Autobahn. In einem sitzen die sich ewig streitenden Eheleute Christa und Ulli Heise. Das andere, ein Lastwagen mit einer Ladung Weihnachtsgeschenke für ein Waisenhaus in der Ukraine, wird von dem geschiedenen Ralle Lehmann gefahren. Zu ihm gesellt sich gleich zu Anfang noch die nette Anhalterin Britta Schneider. Und Auto Nummer drei ist ein Taxi, mit dem der türkische Fahrer Özgür Eldem die hochschwangere Sonja Graf ins Krankenhaus bringen soll. Mit diesen sechs Hauptpersonen begann die Komödie „Weihnachten im Stau“, die am Donnertagabend in der Kamp-Lintforter Stadthalle zu sehen war. Doch bei diesen sechs sollte es nicht bleiben, denn während sich auf der Autobahn nichts mehr bewegte, fanden sich rund um die drei Autos zahlreiche Besucher ein, deren Auftritte ebenfalls von den sechs Schauspielern übernommen wurden.

So verwandelte sich die von Tanja Schumann gespielte Ehefrau Christa zum Beispiel in eine Polizistin, und aus der netten Anhalterin Britta wurde zwischendurch eine hilfsbereite Rot-Kreuzschwester sowie eine vor ihrem Zuhälter flüchtende russische Prostituierte. Taxifahrer Özgür verkörperte außerdem noch einen Verbrecher und einen zufällig mit einem Tannenbaum vorbeikommenden Förster, LKW-Fahrer Ralle trat zusätzlich als Hörfunkreporter, die schwangere Sonja als Drehorgelspielerin auf, und aus Christas ewig nörgelndem Ehemann Ulli wurde sogar eine Nonne.

Alles in allem tummelten sich an diesem Abend insgesamt 18 verschiedene Charaktere auf der Bühne, deren Auftritte dem Stück immer wieder neue, überraschende Wendungen gaben. Dabei lernten sich die anfangs einander unbekannten sechs Hauptpersonen von Mal zu Mal näher kennen und wurden, als es zum Beispiel darum ging, der schwangeren Sonja bei ihren ersten Wehen beizustehen, oder die russische Prostituierte vor ihrem Zuhälter zu schützen, zu einer kleinen verschworenen Hilfsgemeinschaft.

Natürlich gab es auch eine gemeinsame Weihnachtsfeier, und als sich der Stau am Ende dann schließlich auflöste, hatten sich außerdem der LKW-Fahrer Ralle und seine Anhalterin neu und das Ehepaar Heise wiedergefunden. Und die hochschwangere Sonja kam selbstverständlich auch noch früh genug in die Entbindungsklinik.

Die Komödie „Weihnachten im Stau“ wurde von dem 1938 in Oberschlesien geborenen und jetzt in Argentinien lebenden Autor Jan-Ferdinand Haas geschrieben und hatte unter der Regie von Florian Battermann am 19. November diesen Jahres ihre Uraufführung in der Komödie am Altstadtmarkt in Braunschweig.