Kamp-Lintfort: Till Malonek rettet in Dieprahm Baby-Kröten

Kamp-Lintfort : Till Malonek rettet in Dieprahm Baby-Kröten

Im Juni und Juli ist der 47-jährige Kamp-Lintforter zweimal täglich im Technologiepark Dieprahm unterwegs, um junge Amphibien vor dem Ertrinken zu retten. Er würde sich über Unterstützer freuen.

Ende Mai oder Anfang Juni startet für Till Malonek die Saison als Krötensammler. Dann ist der 47-jährige Kamp-Lintforter morgens im Technologiepark Dieprahm unterwegs, um die jungen Amphibien auf ein löffelgroßes Teesieb laufen zu lassen, welches er anschließend vorsichtig in einen kleinen Kunststoffbehälter entleert. Abends läuft er ein zweites Mal durch den Technologiepark, um anschließend, wie morgens, die jungen Kröten zu einem kleinen Tümpel zu bringen, der westlich des Eyller Berges liegt. "Der Tümpel ist von Wald, Wiesen und Feldern umgeben", erzählt der Krötensammler. "Dort haben die jungen Kröten optimale Lebensbedingungen."

Im Jahr 2014 sammelte Till Malonek zum ersten Mal im Technologiepark junge Kröten, die wie Unken zur Ordnung der Froschlurche gehören und wenige Tage zuvor noch Kaulquappen waren. "Ich habe gesehen, wie sie platt gefahren wurden, wenn ich zur Arbeit unterwegs war", blickt der Mitarbeiter des Unternehmens Panasonic zurück. "Da habe ich angefangen, ihnen ein längeres Leben zu sichern." Die jungen Kröten schlüpfen im Gewässer, das hinter diesem Unternehmen liegt und kreisförmig von der Carl-Friedrich-Gauß-Straße umgeben ist. "Ende März und Anfang April sind Fangzäune an dieser Straße aufgestellt", erzählt Lutz Malonek, der seinem Sohn schon einmal beim Sammeln der jungen Kröten hilft. "So werden die alten Kröten nicht überfahren, die zum See gelangen wollen, um zu laichen. Was mit den jungen Kröten passiert, die das Gewässer verlassen, nachdem sie das Stadium der Kaulquappe hinter sich gelassen haben, scheint nicht so wichtig zu sein."

Nicht wenige der jungen Amphibien, die um einen Zentimeter lang sind, können nicht die Bordsteine hinaufsteigen. So bewegen sie sich an den Kanten entlang, bis sie in einen Gully des Regenwasserkanals fallen. Als der Technologiepark ab 1989 gebaut wurde, konnte jeder Gully mit einem flexiblen gelben Kunststoffrohr verbunden werden, das zum zentralen See führt. "Die Rohre liegen noch", berichtet Till Malonek. "Aber das System ist nicht mehr in Betrieb. Deshalb fallen die jungen Kröten in Schächte. Sie kommen nicht mehr allein heraus. Sie schwimmen darin, bis sie keine Luft mehr kriegen und nach einigen Stunden ertrinken, wenn ich sie nicht vorher heraushole."

So bleibt er Krötensammler. "Weil es im Mai lange sehr warm war, ging die Saison diesmal etwas früher los als sonst", berichtet er. "In den ersten beiden Wochen sind immer besonders viele Kröten unterwegs. Dann flacht die Saison ganz langsam ab. Nach acht Wochen ist sie Mitte oder Ende Juli vorbei ist. Es wäre natürlich schön, wenn ich einige Mitsammler finden würde. Ich habe schon bei mehreren Organisationen angefragt. Aber sie haben ihre Freiwilligen schon bei anderen Projekten im Einsatz. Ich bleibe auf der Suche."

(got)
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