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Tierpark Kalisto entsteht im Schatten des Förderturms in Kamp-Lintfort.

Neue Attraktion in Kamp-Lintfort : Tierpark-Bau im Schatten des Förderturms

Mit „Kalisto“, so der Name, entsteht auf dem Zechenareal ein erlebnispädagogisches Zentrum mit Ziege, Pony, Esel und Co.

Die ersten beiden Zicklein stapften bereits am Donnerstag über das zurzeit matschige Gelände des ehemaligen Bergwerks West. Alpakas, Ponys, Meerschweinchen, Esel und Erdmännchen werden ihnen bis zum 17. April 2020 folgen. An dem Tag öffnet nicht nur die Landesgartenschau 2020, sondern auch der erste Tierpark in der Geschichte Kamp-Lintforts. Das von Stephanie und Reiner Winkendick in Zusammenarbeit mit der Laga-GmbH geplante erlebnispädagogische Zentrum nimmt Gestalt an: Vor wenigen Tagen hat die GmbH die ersten 44 Bäume auf dem 1,5 Hektar großen Gelände pflanzen lassen. Der Pachtvertrag wird mit den Betreibern bald geschlossen, und ein Name für den Tierpark ist ebenfalls gefunden: „Kalisto“, das steht für Kamp-Lintforter Spiel- und Tieroase, entsteht entlang der Ringstraße und reicht bis zum sogenannten Tor 3 des ehemaligen Zechengeländes an der Kattenstraße.

Im kommenden Mai soll im zukünftigen Tierpark, der über die Landesgartenschau hinaus langfristig weiterbestehen wird, der Hochbau starten. Stephanie und Reiner Winkendick, die in Kamp-Lintfort einen Pflanzenhandel betreiben, wollen einen Park errichten, der nicht nur attraktiv für junge Familien ist, sondern auch ein außerschulischer Lernort sein soll, an dem Besucher mehr finden als Natur pur. Ein wichtiger Bestandteil ihres Konzepts sind die Umweltbildung sowie die tiergestützte Therapie. Als Kooperationspartnerin ist Logopädin Carola Dobersalske gefunden, die die Ziegen Bernhard und Bianca zum Pressetermin mitgebracht hatte. Bewohner des Tierparks sind alle Haustierarten. Eine Attraktion des neuen Tierparks wird das Erdmännchen-Gehege sein. Das Erdmännchen ist bekanntlich das Maskottchen der Landesgartenschau 2020. „Kinder kennen heute vielfach keine Tiere aus eigener Anschauung mehr, sondern nur aus dem Fernsehen“, erläutert Biologin Stephanie Winkendick ihren Ansatz. Im Kalisto-Tierpark will sie den Besuchern das Nutztier und das Produkt vorstellen. Ziege und Milch, Schaf und Wolle etc. „Bei uns dürfen Kinder berühren und begreifen.“ Die Winkendicks können es sich gut vorstellen, Kindergeburtstage zu ermöglichen, Ferienprogramme zu gestalten, aber auch frühkindliche Kita-Angebote zu machen. Auf dem Gelände entstehen nicht nur Tiergehege. Stephanie und Reiner Winkendick wollen als Betreiber auch das Außengelände mit außergewöhnlichen Sträuchern und Bäumen bereichern. „Wir denken an Duft- und Bienengärten“, so Reiner Winkendick. Der Eingang in den Tierpark wird an der Ringstraße liegen. Dort entsteht ein Gebäudezentrum mit multifunktional nutzbaren Räumen wie Shop, Tierpflegestation und Therapiebereich. Es besteht aus zwei Gebäudeteilen, die über eine Scheune miteinander verbunden sein werden. Davor entsteht ein Spielplatz und ein Streichelgehege. In den nächsten Tagen wird die Homepage online gehen.

Reiner Wickendick: „Wir freuen uns über Anregungen, Mithilfe und Spenden.“ Die Fördergemeinschaft der Landesgartenschau hat sich vorgenommen, die Trägerschaft für Teile des Personals zu übernehmen: Angesprochen sind alle, die ein freiwilliges ökologisches Jahr absolvieren wollen.