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Tag der offenen Gärten: Kamp-Lintforter entführen in ihre Oasen.

Tag der offenen Gärten : Kamp-Lintforter entführen in ihre Oasen

23 Familien und Paare nahmen am Wochenende teil an der Aktion „Offene Gartenpforte.

„Dumme rennen, Kluge warten, Weise gehen in den Garten“: Die Kamp-Lintforter Gärten haben sich am Wochenende wieder für interessierte Besucher geöffnet.

Seit 2015 erfreut sich die Aktion, die vom Förderverein Landesgartenschau initiiert wurde, wachsender Beliebtheit. In 23 grünen Oasen wurde wieder gestaunt und beraten, geschwelgt und gequatscht. Denn, da ist sich Gastgeberin Andrea Willicks ganz sicher: „Gartenbegeisterte sind immer nett!“

Mit ihrem Mann Matthias lud sie mit großer Herzlichkeit in ihr kleines Paradies. Von den zahlreichen Besuchern, die das schöne Wetter für eine Radtour von Garten zu Garten nutzen, erntete sie viel Bewunderung. Im vorderen Teil erstreckt sich eine Rasenfläche, auf der die drei Kinder früher tobten. Die Schaukel ist längst abgebaut, aber bei der Familie wird nach wie vor draußen gelebt. Im Gartenhaus bereitet Andrea Willicks am Abend schnell mal einen Salat mit frischen Kräutern zu – alles aus eigener Ernte, versteht sich. Denn im hinteren Teil des Gartens befindet sich ein wunderschön gestalteter Nutzgarten, aus dem die Familie nicht nur Gemüse und Kartoffeln, sondern von den vier Hühnern auch täglich frische Eier bekommt.

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Überall waren Info-Schilder angebracht und so erfuhr man, dass eine der Hennen „Dicke Berta“ und eine Kartoffelsorte „Blaue Anneliese“ genannt wird. Die runde Terrasse am Ende des Gartens lud mit gemütlichen Sesseln, einem märchenhaften Brunnen und umgeben von einer Natursteinmauer zum Verweilen unter Bäumen ein. In den Beeten hatte Willicks ihre eigenen Bilder platziert – Farbkompositionen in Acryl, die wie zusätzliche Farbtupfer wirkten.

Während bei Willicks die Rosenknospen im zentralen Beet kurz vor dem Aufplatzen waren, zeigte sich die Königin der Blumen in der Altsiedlung bei Familie Knobloch/Wirtz schon in all ihrer Üppigkeit. Anita Knobloch freut sich vor allem an der Vielfalt der Stauden, die sich gerne selbst ausbreiten und nur ab und zu gestutzt werden müssen. „Es darf wachsen, was will“, so das Motto des Gartens.

Ganz besonders wichtig ist ihr und ihrem Mann Detlef die Insektenfreundlichkeit. Deshalb ist bereits der Vorgarten ein kleiner Dschungel. Der uralte Pflaumenbaum war beim Kauf des Hauses vor 25 Jahren das einzig Bemerkenswerte in einem ansonsten kahlen Garten. Jetzt wachsen hier Früchte an mehreren Obstbäumen, leuchten Spornblumen, blaue Iris, orange Taglilien und gelber Mohn um die Wette. Gerne nahmen sich die Gäste ein Stück dieses Paradieses in Form von Blumensamen in kleinen Tütchen mit.

Fast außerhalb der Stadtgrenze hatte Marita Pittgens in den Familiengarten am Abelshof geladen. Im Bereich der ehemaligen Kuhwiese hat die Familie ihr Refugium geschaffen mit direktem Zugang zur Schafweide. Die 10- und 12-jährigen Kinder lieben nicht nur die zutraulichen Schafe, sondern pflegen auch ihr eigenes Hochbeet, von dem sie das ganze Jahr über naschen können: Erd- und Himbeeren, Möhren und Kohlrabi. Marita Pittgens liebt es, „auf allen Vieren mit beiden Händen in der Erde zu wühlen.“. Und sie mag es, in den Speichern und Scheunen des Hofes, den ihr Mann führt, alte Sachen zu finden. So landen rostige Spaten und eine Zinkwanne als Deko am Zaun und aus einem Metallbett ist ein Salatbeet geworden. Viele herzliche Begegnungen, offene Menschen und Garteninspirationen machten die „Offenen Gärten“ zu einem gelungenen Event.