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Suchtprävention in der Kamp-Lintforter Europaschule

Bildung in Kamp-Lintfort : Mit Spezialbrillen auf den Alk-Parcours

Der Europaschule in Kamp-Lintfort liegt die Sucht-Prävention am Herzen. Sie holte deshalb den Alk-Parcours der Ginko-Stiftung an die Sudermannstraße. Verschiedene Stationen thematisieren die Gefahren des Alkohol-Konsums.

Jugendliche und Alkohol ist nicht nur in der Karnevalszeit ein aktuelles Thema. Wie aber lassen sich junge Menschen vor allzu frühem Alkoholgenuss schützen? „Durch Information“, ist man sich in der Kamp-Lintforter Europaschule sicher und schickte am Donnerstag ihre Siebtklässler auf einen sogenannten, von der „Ginko-Landesstiftung für Suchtprävention“ angebotenen „Alk-Parcours“. Einen Tag vorher waren bereits die neunten Klassen dran. „Nein, hier an der Schule haben wir mit Alkohol kein unmittelbares Problem. Aber wenn man mit den Schülern spricht, hört man schon heraus, dass einige von ihnen damit bereits Erfahrungen gemacht haben. Dieser Parcours soll alle für die Gefahren des allzu frühen Alkoholgebrauchs sensibilisieren“, erklärte Schulleiterin Barbara Mennekes.

Dazu durchliefen die Schüler der drei siebten Klassen an diesem Donnerstag in jeweils zweieinhalb Stunden fünf verschiedene Stationen, an denen sie mit entsprechend eingewiesenen Helfern viel Wissenswertes über die rechtlichen, medizinischen und sozialen Auswirkungen jugendlichen Alkoholmissbrauchs erfuhren. Darüber hinaus konnten sie sich mit Hilfe spezieller Brillen einen ganz unmittelbaren Eindruck von den durch zu viel Alkohol ausgelösten körperlichen Handicaps machen.

So wurde in der ersten Station ein Zeichentrickfilm über eine alkoholreiche Geburtstagsfeier eines 15-Jährigen gezeigt, zu der die Zuschauer ihr Wissen zu Fragen wie „Einkaufsschutz“ und „elterliche Aufsichtspflicht“ notieren konnten. An der zweiten Station durften die Teilnehmer Vorschläge dazu sammeln, wie man eine Fete auch ohne Alkohol fröhlich gestalten kann. Und an Station drei ging es dann um die Alkoholschädigungen an verschiedenen Körperorganen. Hier galt es, die als lose Plastikattrappen ausgelegten Organe zu erkennen und anschließend wieder richtig in die Bauchhöhle einer medizinischen Plastikpuppe einzuordnen.

Station vier war eine Art Gesprächsrunde zum Thema „Flirten“, wobei die Teilnehmer ihre bisher gemachten Erfahrungen mit alkoholisierten Flirtpartnern schildern durften. Die fünfte und letzte Station war für die meisten Siebtklässler die spannendste. In ihr konnten sie mit Hilfe der schon erwähnten Spezialbrillen testen, wie es ist, im betrunkenen Zustand an einer Line entlang zu laufen, Münzen aus einer Geldbörse zu fingern oder mit dem Schlüssel die Wohnungstür zu öffnen.

An allen Stationen galt es, zu den Themen entsprechende Fragen zu beantworten und Punkte zu sammeln, wobei die Punktbesten bei einer abschließenden Gesprächsrunde mit kleinen Geschenken und viel Lob belohnt wurden. „Das war wirklich spannend“, lautete zum Schluss der Kommentar des 14-jährigen Ben Fuhrmann: „Da weiß man jetzt wenigstens, wie das ist und ob man das mag.“