Stankowiaks in Kamp-Lintfort feiern Diamantene Hochzeit

Kamp-Lintfort : Stankowiaks feiern Diamantene Hochzeit

Vor 60 Jahren heirateten Renate und Bernhard Stankowiak. Kennengelernt haben sie sich über die katholische Pfarrjugend. Das christliche Engagement prägte das Leben des Paares.

Am 31. August 1958 gaben sich Renate und Bernhard Stankowiak das Ja-Wort. „Wir wurden in der Marienkirche getraut“, erzählt Renate Stankowiak. „Viele Freunde aus der Pfarrjugend, dem Kirchenchor und der DJK Lintfort waren dabei.“ Schließlich war die Kirche in der Lintforter Siedlung damals der Mittelpunkt des Lebens der Beiden gewesen, die am 9. September in der Kamper Abteikirche ihre Diamantene Hochzeit feiern. Sie hatten sich bei einem Tanzkurs näher kennengelernt, den sie zusammen mit anderen in der katholischen Pfarrjugend St. Marien organisiert hatten.

Schon 1945, kurz nachdem der Zweite Weltkrieg vorüber war, war Bernhard Stankowiak mit knapp 13 Jahren in dieser Jugend aktiv geworden. „Wir haben zum Beispiel Fußball auf einem Aschenplatz hinter dem Don-Bosco-Haus an der Vinnstraße gespielt“, blickt er zurück. „Schon bald war ich Gruppenführer und Pfarrjugendführer. Aus dem Fußballspielen hat sich die DJK Lintfort entwickelt, zu deren Mitgründern ich gehöre.“

Renate und Bernd  Stankowiak heute und auf ihrem Hochzeitsfoto aus dem Jahr 1958. Foto: Stankowiak

Renate Burzynski, wie sie bis zur Hochzeit hieß, organisierte unter anderem die Ferienlager mit, die damals zum Beispiel nach Engelskirchen im Bergischen Land oder Bad Münstereifel in die Eifel gingen. „Dazu kam immer wieder Ameland, die westfriesische Insel“, erinnert sich die gelernte Einzelhandelsfrau.

Die beiden verband schon damals das Gedankengut der Katholischen Soziallehre, die christliche und soziale Ideale miteinander verknüpft, zum Beispiel Gemeinwohl und Solidarität. „Nach Feierabend habe ich das Soziale Seminar in Moers besucht, um die Katholische Soziallehre theoretisch kennenzulernen, die wir schon praktisch gelebt haben“, erzählt Bernhard Stankowiak. 1955 wechselte der gelernte Heizung-, Lüftungs- und Sanitärbauer zum Bergwerk Friedrich Heinrich, wo er in der Ausbildung arbeitete. 1960 ging er zum Klimatechnikunternehmen Kleinewefers in Krefeld, in dem er später Betriebsleiter wurde, nachdem er sich zum Industriekaufmann weitergebildet hatte.

Als 1961 Sohn Stefan zur Welt gekommen war, zog die Familie in den Niersenbruch. Dort erblickte 1971 Tochter Barbara das Licht der Welt. Bernhard Stankowiak wurde im Kirchenvorstand der Gemeinde St. Paulus aktiv. „Außerdem gehöre ich zu den Gründern des Kirchenchores St. Paulus“, erzählt er. „35 Jahre war ich Vorsitzender des Kirchenchores und Kirchenvorstandes.“ Deshalb war es für ihn und seine Frau bitter, zu sehen, wie die Gemeinde St. Paulus 2007 nach 40 Jahren aufgelöst und die Kirche abgerissen wurde, deren Bau er als Kirchenvorstand mitbegleitet hatte.

1968 zog Bernhard Stankowiak erstmals in den Stadtrat ein, dem er als Christdemokrat bis 2009 angehörte. 1991 gründete er die Senioren-Union in seinem Wahlkreis, deren Vorsitzender er 23 Jahre lang war; heute ist er SU-Ehrenvorsitzender. Renate Stankowiak hielt ihm den Rücken frei, zog die Kinder groß und pflegte 20 Jahre ihre Eltern, die bei Familie Stankowiak im Haus wohnten. „Ohne meine liebe Frau hätte ich die ehrenamtlichen Aufgaben nicht übernehmen können“, sagt Bernhard Stankowiak. „Dafür ein besonderer Dank.“

Zur Diamantenen Hochzeit haben die beiden Diamantenen das evangelische Kirchenlied „So nimm denn meine Hände und führe mich – bis an mein selig Ende und ewiglich“ ausgesucht, das Julie Hausmann 1862 zu einer Melodie von Friedrich Silcher geschrieben hat. Schließlich wurde in der Gemeinde St. Paulus die Ökumene immer großgeschrieben.

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