Kamp-Lintfort: Stadt sucht den besten Entwurf fürs neue Quartier

Kamp-Lintfort : Stadt sucht den besten Entwurf fürs neue Quartier

Die Planungen für das neue Stadtquartier Friedrich Heinrich in Kamp-Lintfort werden konkret: Der Ausschuss für Stadtentwicklung hat gestern ein Wettbewerbsverfahren für die Baufelder "Wohnen" angeschoben. Es soll ein attraktives Wohngebiet entstehen.

Die RAG Immobilien will im Westen des Zechenareals entlang der Friedrich-Heinrich-Allee Wohnbauflächen entwickeln und vermarkten. Die geplante Nettobaufläche für das Quartier Friedrich Heinrich beläuft sich aktuell auf rund 90.000 Quadratmeter. Mit einem einphasigen städtebaulichen Wettbewerb sollen die Planungen konkretisiert werden. Der Stadtentwicklungsausschuss gab in seiner gestrigen Sitzung dafür einstimmig grünes Licht. Einen entsprechenden städtebaulichen Vertrag haben Stadt und RAG unterzeichnet.

Maßgebliche Nutzungsperspektive für das neun Hektar große Gebiet ist das Wohnen. Wie Stadtplanerin Monika Fraling gestern erläuterte, sei jedoch auch eine Verknüpfung von Wohnen mit nicht-störendem Gewerbe möglich. Eine weitere Option sei vor dem Hintergrund der Landesgartenschau 2020 auch ein Hotelstandort. "Wenn es denn einen interessierten Investor dafür gibt", sagte die Stadtplanerin. Wie die Verwaltung mitteilte, entfallen die bislang geplanten Baufelder an der Ringstraße. "Das wird von der Stadt begrüßt." Auch das westlich der Friedrich-Heinrich-Allee gelegene Bauland der RAG Immobilien auf dem ehemaligen Mitarbeiter-Parkplatz des Bergwerks West sei nicht mehr Gegenstand der Wettbewerbsaufgabe. Ob sich auch Einzelhandel künftig im neuen Stadtquartier Friedrich-Heinrich ansiedeln wird, hat die Stadt Kamp-Lintfort durch ein Gutachterbüro untersuchen lassen. Das beauftragte Büro "Stadt + Handel" kam zu dem Ergebnis, dass keine größere Einzelhandelsfläche ausgewiesen werden soll. Die Gutachter können sich offenbar nur kleinere Geschäfte im neuen Stadtquartier vorstellen.

Das Wettbewerbsverfahren, das gestern angeschoben wurde, ist als nicht-offener Wettbewerb mit zwölf Teilnehmern vorgesehen. Vier sind bereits benannt. Gesetzt sind Planungsbüros aus Hamburg, Köln und Darmstadt. Nach der Veröffentlichung des Wettbewerbsaufrufs hätten sich 32 weitere Büros gemeldet. Die acht gelosten Büros, die sich mit ihren Ideen am Wettbewerb beteiligen sollen, stammen unter anderem Dortmund, Regensburg, Ahaus, Köln und Augsburg. Die Auslobung wurde in Abstimmung mit der RAG Immobilien als Eigentümerin der vorgesehenen Fläche und dem Planungsbüro Postwelters Partner erarbeitet (RP berichtete).

"Erwartet wird ein ortsförderliches und dem Wohnungsmarkt angemessenes Bebauungskonzept mit städtebaulicher Qualität", heißt es in der Auslobung zu den Grundlagen. So gibt es laut Verwaltung eine Reihe von Rahmenbedingungen, die zu berücksichtigen seien. Dazu gehören die denkmalgeschützten Bestandsbauten, die bereits realisierten und geplanten Nachnutzungen wie die Hochschule im Magazingebäude, das Familien-, Bildungs- und Kulturzentrum im Schirrhof, die Zechentürme, der geplante Quartiersplatz sowie die Promenade, aber auch das von der RAG Immobilien mit Vivawest erarbeitete Projekt "Quartier Integration".

Der Förderantrag für die Stadtumbaumaßnahme "Neues Stadtquartier Friedrich Heinrich" beinhaltet Maßnahmen mit Gesamtkosten in Höhe von 8,3 Millionen Euro. Die Förderquote beläuft sich auf 70 Prozent.

(RP)
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