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Kamp-Lintfort: Stadt spart am neuen Vereinshaus

Kamp-Lintfort : Stadt spart am neuen Vereinshaus

Die Kosten für den Neubau des Vereinsheims beim SV Alemannia Kamp fallen höher aus als geplant. Der Sportverein muss deshalb bauliche Abstriche in Kauf nehmen. Das Tanzzentrum Niederrhein investiert 100.000 Euro mehr.

Verein und Stadtverwaltung haben das Sparkorsett angezogen: Nachdem im Sportausschuss bekannt geworden war, dass der Neubau des Vereinsheims auf Alemannia Kamp um 500.000 Euro teurer wird, hat die Verwaltung die Baupläne auf Einsparmöglichkeiten geprüft, um so die aufgelaufenen Mehrkosten zu reduzieren. Nach der Prüfung belaufen sie sich nun auf 230.000 Euro. In der Sitzung des Stadtrates wurde das abgespeckte Konzept vorgestellt - und von dem Gremium zwar einstimmig, aber von der CDU nur "mit einem Magengrummeln" abgesegnet. "Weil wir es lieber sehen würden, dass die erste Planung umgesetzt wird und nicht am Baukörper gespart wird", erklärte CDU-Fraktionschef Simon Lisken gestern auf RP-Anfrage. Genau das hat die Verwaltung vorgeschlagen. In Gesprächen mit Vereinsmitgliedern hat Lisken erfahren, dass sie über dieses Vorhaben verärgert sind. Zur Deckung des Defizits sollen übrigens die Mittel herangezogen werden, die für den Ankauf der Moerser Anteile an der Grafschaft Moers Siedlungs- und Wohnungsbau vorgesehen waren. Wie berichtet, wird sich die Kamp-Lintfort nicht an dem ausgelobten Bieterverfahren beteiligen.

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Unterhalb des Klosters Kamp soll ein modernes Sportzentrum entstehen. In einem ersten Bauabschnitt waren 2014 der Tennenplatz sowie die leichtathletischen Anlagen des SV Alemannia Kamp saniert worden. Im zweiten Bauabschnitt steht nun der Bau des neuen Vereinsheimes an. Die Gesamtkosten beliefen sich bislang auf 3,1 Millionen Euro. Neue Berechnungen ergaben im Februar aber, dass das zur Verfügung stehende Budget um 500.000 Euro überschritten wird. Diese Erhöhung resultiert laut Stadtverwaltung auf Veränderungen der Planung sowie auf einer "generellen Wirtschaftslage auf dem Baumarkt mit deutlich erhöhten Preisen". Sie schlug deshalb vor, am Baukörper zu sparen: So soll der SV Alemannia Kamp nur noch ein Vereinsbüro erhalten. Der Kraftraum wird schmaler ausfallen als geplant, und die behindertengerechten Umkleideräume sollen nur behindertenfreundlich ausgestattet werden. Dafür solle ein Behinderten-WC mit Dusche entstehen.

Im Obergeschoss soll kein eigener Toilettenbereich installiert werden, stattdessen werden die Toiletten im Erdgeschoss erweitert. Es wird kein Lagerraum für den Bereich Fußball entstehen, und der Lagerraum für die Pflegegeräte soll um 2,50 Meter schmaler gebaut werden. Auch der Vorhof soll nicht realisiert werden. Durch diese Maßnahmen könnten, so die Stadtverwaltung in ihrer Beschlussvorlage für den Rat, 120.000 Euro eingespart werden.

Der Eigenanteil von Alemannia Kamp besteht in der Übernahme der Abriss- und Entsorgungskosten des bisherigen Vereinsheims, des Glasanbaus sowie weiterer Gebäude. Der Verein habe sich bereiterklärt, Einsparungen, die sich beim Abriss der Altgebäude und Umgestaltung der Parkflächen ergeben, als mögliche Erhöhung des Eigenanteils einfließen zu lassen. Diese werden mit rund 40.000 Euro beziffert. Auch das Tanzzentrum Niederrhein, das im ersten Stock des neuen Funktionsgebäudes eine neue sportliche Heimat finden soll, greift noch einmal tiefer ins Portemonnaie. Das Tanzzentrum, das aus der Fusion der Clubs Kamp-Lintfort 1969 und Issum-Sevelen hervorgegangen ist, finanziert sein neues Clubheim aus eigenen Mitteln.

Der Eigenanteil, den das Tanzzentrum aufbringen wird, belief sich laut Beschlussvorlage der Verwaltung bislang auf eine Millionen Euro. Die Tänzer hätten sich bereit erklärt, den bisherigen Eigenanteil um 100.000 Euro zu erhöhen. Dieser werde zum 1. Januar 2018 fällig. Das 600 Mitglieder starke Zentrum muss darüber hinaus der Stadt auch eine Mietsicherheit zahlen.

(RP)