Stadt Kamp-Lintfort baut für die Kinder

Thema Investitionen in die Bildungsstandorte : Stadt Kamp-Lintfort baut für die Kinder

Die Europaschule erhält für fünf Millionen Euro ein neues Lernhaus. Die Stadt investiert umfangreich in ihre Schulen und Kitas.

Ab März 2020 haben die Europaschüler mehr Platz zum Lernen auf insgesamt drei Etagen. Bauarbeiter haben in nur wenigen Tagen den Neubau des Lernhauses auf einer Fläche hinter der Sekundarschule hochgezogen. „Wir freuen uns sehr“, sagt Schulleiterin Barbara Mennekes. Nicht nur, weil der Platzmangel bald ein Ende hat. „Das Lernhaus bietet uns eine moderne und zeitgemäße Umgebung, die das individuelle Lernen ermöglicht.“ Auf drei Etagen stehen den Schülern ab März zwölf zusätzliche Klassenräume und sechs Differenzierungsräume zu Verfügung. Der Clou im neuen Haus ist eine Lerntreppe aus grauem Waschbeton, auf die sich die Schüler zurückziehen und auf gemütlichen Kissen für sich und in Ruhe lernen können.

„So etwas findet man nicht in anderen Schulen. Wir möchten hier eine schöne Lernlandschaft erschaffen“, betont Mennekes, die mit den Architekten des Büros „Planbar“ aus Köln während der Planung in einem engen Austausch stand. „Es macht ja Sinn, diejenigen zu beteiligen, die in einem solchen Gebäude lehren und lernen“, findet die Schulleiterin. Die Europaschule hat sich offenes und selbstbestimmtes Lernen im jeweils eigenen Lerntempo der Kinder auf die Fahnen geschrieben.

Das neue Gebäude entsteht in einer Modulbauweise, so dass ein weithin sichtbarer Kran einzelne Module sozusagen in Windeseile zu einem Gebäude zusammensetzt. Die Entscheidung für die Modulbauweise sei bewusst getroffen worden, berichtet Christiane Tielsch vom städtischen Amt für Gebäudewirtschaft. „Es geht deutlich schneller als die konventionelle Bauweise, und der Grundriss gab es her.“ Der Neubau war dringend nötig, weil steigende Schülerzahlen, der Ganztag und fehlende Differenzierungsräume den Platz knapp werden ließen. „Wir können Physik-, Chemie- und Kunsträume im Altbau schon bald wieder als solche nutzen“, betont Mennekes. Zurzeit müssen sie noch als Klassenräume herhalten. „Wenn das Haus fertig ist, haben wir auch wieder Räume, die wir der Schülervertretung und unseren Streitschlichtern zur Verfügung stellen können.“

Das Lernhaus bietet Platz für 300 Schüler. Einziehen werden die achten, neunten und zehnten Klassen. 4,9 Millionen Euro kostet der Neubau. Er wurde zum Teil aus „Gute Schule 2020“-Fördermitteln finanziert. Die Stadt hat sich ein umfangreiches Programm zum Ausbau der Schulstandorte vorgenommen. „Gemessen an dem finanziellen Aufwand ist das Lernhaus unsere vorerst größte Maßnahme“, so Bürgermeister Christoph Landscheidt. „Wir werden das vollständige Ausbauprogramm aber nur umsetzen können, wenn Bund und Land neue Förderprogramme auflegen.“

Schulleiterin Barbara Mennekes wird die Europaschule übrigens im Dezember verlassen: Sie wechselt in das schulfachliche Dezernat der Düsseldorfer Bezirksregierung. Der stellvertretende Schulleiter Bernd Benninghoff wird für neun Monate die kommissarische Leitung der Europaschule übernehmen. Barbara Mennekes freut sich, dass Politik und Verwaltung den Aufbau der Sekundarschule unterstützt haben. „Die Schulform hat nicht überall einen solchen Rückhalt“, betont die Rektorin.