Kamp-Lintfort: Stadt investiert in neue Schulcomputer

Kamp-Lintfort : Stadt investiert in neue Schulcomputer

Für 600 000 Euro werden die weiterführenden Schulen in Kamp-Lintfort mit Internet und digitalen Lernmedien ausgestattet.

Kamp-Lintfort investiert weiter in die Bildung. Klappt alles so wie geplant, verfügen die drei weiterführenden Schulen in Kamp-Lintfort in drei Jahren über W-Lan-Zugänge: Ab 2017 soll es in allen Klassenräumen Internet geben. Für die Schulen sollen überdies neue Computer angeschafft werden, an denen die Schüler selbstständig recherchieren, arbeiten und lernen können. Rund 600 000 Euro will die Stadt Kamp-Lintfort dafür in die Hand nehmen, das hat der Ausschuss für Bildung, Kultur und Sport gestern beschlossen.

Als erstes soll die Sekundarschule die neue Technik erhalten. Danach soll das W-LAN am Schulzentrum installiert werden. Damit die Schulen nach und nach flächendeckend mit der neuen Technik ausgerüstet werden können, ist vorgesehen, den Investitionsetat von 55 000 Euro im Jahr auf jetzt rund 120 000 Euro zu erhöhen. Hinzu kommt ein Investitionspaket von rund 200 000 Euro. Welche und wie viele Geräte angeschafft werden, wurde anhand von Medienkonzepten ermittelt, die die Schulen erarbeitet haben. In der Sekundarschule etwa soll es pro Klasse bald vier Laptops geben.

Zusätzliche Mittel zur Anschaffung neuer Medien bereitzustellen, ist nach Schuldezernent Dr. Christoph Müllmann dringend notwendig. "Wir haben gesehen, dass es so nicht mehr weitergeht", sagt Müllmann. Viele Schüler seien im herkömmlichen Unterricht "einfach hinten runtergefallen", sagt der stellvertretende Direktor der Sekundarschule, Bernd Benninghoff.

Die Anforderungen an die Schulen im Unterrichtsalltag sind gewachsen. Beispielsweise an der Sekundarschule werden in einer Klasse Kinder mit und ohne Förderbedarf gemeinsam unterrichtet. "Das Leistungsspektrum ist ganz unterschiedlich, für den Unterricht bedeutet das hohe Anforderungen", sagt Schulleiterin Barbara Mennekes. Helfen sollen nun die neuen Medien: Mit ihnen soll es bald möglich sein, die Schüler noch individueller zu fördern. Kinder mit Defiziten im sprachlichen Bereich können das Internet als schnelle Übersetzungshilfe nutzen. Kinder, deren Wissensstand über den der anderen hinaus ragt, können an den Computern mit der Unterstützung der Lehrer eigenständig Inhalte erarbeiten. Das sind nur zwei Beispiele, wie Schüler vom Internet und den Geräten in den Klassen profitieren können. In den Räumen soll es bald mehrere transportable Laptops geben. "Das ermöglicht es, auf die Vielfältigkeit der Kinder einzugehen", sagt Mennekes. Als Stichwort nennt sie auch die Inklusion. Schulen müssen die technischen Möglichkeiten bereitstellen, um Schüler mit und ohne Förderbedarf parallel zueinander in einer Klassengemeinschaft zu unterrichten.

Dass es an den Schulen durch die neuen Möglichkeiten verstärkt zu Problemen mit Cybermobbing kommt, glaubt Mennekes nicht. Das Thema Medienerziehung soll eine zentrale Rolle im Unterricht spielen.

(RP)