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Kamp-Lintfort: Stadt eröffnet Großgruppen für Kinder

Kamp-Lintfort : Stadt eröffnet Großgruppen für Kinder

Die beiden Krabbelgruppen sollen die Kindergärten in Kamp-Lintfort entlasten. Erst im Sommer 2019 entspannt sich die Situation in den Kindertagesstätten, wenn mehrere Kindergärten neu gebaut oder vergrößert sind.

Die Kinder fühlen sich wohl. Sie toben sich in einem Becken mit Bällen aus, sie säen Kresse in einen Blumentopf ein und fahren im Garten mit einem Trettraktor herum. Alles sieht so aus wie ein Kindergarten in Miniatur, selbst der Wickeltisch im Badezimmer. Das Gebäude an der Moerser Straße ist aber kein Kindergarten, sondern eine Großtagespflegegruppe. Es liegt schräg gegenüber des Neubaus des Parkhotels Welling und wurde bis vor zwei Jahren von vielen wahrgenommen, weil es bis dahin mit einer großen Temperaturanzeige versehen war. Die Gruppe in diesem Gebäude heißt Krabbelkäfer. Sie wird von den Erzieherinnen Alena Gerfers sowie Maren Dahl betreut und nimmt seit Mitte Februar kleine Kinder auf, wie die zweite "Großkrabbelgruppe" Waldkäuzin am Landwehrweg im Monterkamp.

"Wir haben langfristig mit 260 Geburten pro Jahr geplant", erzählt Beigeordneter Christoph Müllmann. "Es sind aber mehr Kinder geworden. Das ist ein Erfolg des Programms Kinderfreundliches Kamp-Lintfort. Durch mehr Geburten und Zuzüge sind es 330 Kinder im Jahr 2016. Das hat die Lage verändert. So haben wir als Stadt zwei Großgruppen eingerichtet." Die Großkrabbelgruppen sollen das Defizit an Kindergartenplätzen mildern, das im Frühjahr am höchsten ist, bevor es im Sommer abnimmt, wenn die Vorschulkinder zur Grundschule wechseln, um so an den Kindergärten freie Plätze zu hinterlassen. "Zurzeit sind 50 Kinder nicht versorgt", berichtet Kirsten Penk, Fachberaterin der Stadt für die Tagespflege.

Fünf der neun Kinder je Großkrabbelgruppen sind unter drei Jahren alt, die anderen vier drei Jahre. "Unser jüngstes Kind ist zehn Monate alt", berichtet Laura Vrolyks, die als Erzieherin zusammen mit Annika Muffler die Waldkäuze am Landwehrweg betreut. Diese Gruppe ist organisatorisch dem Kindergarten Landwehrweg angegliedert, wie die Gruppe Krabbelkäfer an der Moerser Straße dem Kindergarten Wirbelwind an der Vinnstraße.

Spätestens mit drei oder mit vier Jahren wechseln die Kinder zu einer normalen Kindertageseinrichtung. "Mindestens die letzten zwei Jahre vor der Schule sind sie dort", berichtet Lydia Kiriakidou, die Leiterin des Amtes für Jugend, Schule und Sport. Zunächst für drei Jahre hat die Stadt die Gebäude für die Großkrabbelgruppen gemietet, in die sie an der Moerser Straße inklusive Umbauten und Einrichtung 30.000 Euro investierte, am Landwehrweg 25.000 Euro. Schließlich soll sich im Sommer 2019 die Lage bei den Kindergartenplätzen entspannen, wenn das Neu- und Umbaubauprogramm umgesetzt ist, beispielsweise die Neubauten des Kindergartens im Technologiepark Dieprahm und des Kindergartens am Landwehrweg oder der Umbau der Hauptschule am Niersenberg in einen Kindergarten und die Erweiterung des Kindergartens Alte Schule in Hoerstgen. Neben den beiden Großkrabbelgruppen setzt die Stadt auf Tagesmütter, um den Mangel an Kindergartenplätzen zu mildern.

Wer als Tagesmutter oder -vater zugelassen werden will, hat einen Kurs mit 160 Stunden zu absolvieren. Interessierte können sich bei Kirsten Penk, Telefon 02842 912-121, oder Dagmar Böhnke, Telefon 02842 912-122 melden.

(got)