St. Josef in Kamp-Lintfort feiert Erntedank auf Hoogenhof.

Erntedankgottesdienst in Kamp-Lintfort : St. Josef feiert Erntedank auf Hoogenhof

Am Samstag fand das Erntedankfest der Kirchengemeinde St. Josef Kamp-Lintfort in der Reithalle des Reitervereins Seydlitz Kamp statt. Nach dem Gottesdienst verwandelte sie sich in ein geräumiges Landcafé.

Gebannt schauen die Kindergartenkinder der fünf Einrichtungen vom Familienzentrum St. Josef auf das Geschehen in der Reithalle vom Reitverein Seydlitz Kamp. Sie haben für den Erntedankgottesdienst auf dem Hoogenhof in Saalhoff Kürbisse, Tomaten, Möhren und Äpfel mitgebracht und diese auf die Strohballen zu den anderen Früchten gelegt. Wieder steht der Nachwuchs der katholischen Kirchengemeinde St. Josef im Vordergrund und leistet einen aktiven Part beim traditionsreichen Gottesdienst. Später wird es das Spiel der Handpuppen mit Anna und ihrer Oma sein, die sich über die Bedeutung vom Erntedankfest unterhalten. Längst haben Diakon Werner Hüning und Pfarrer Markus Thomalla die Gottesdienstbesucher singend auf das besondere Fest eingestimmt. „Herein, herein, wir laden alle ein“, so ihre Aufforderung.

Die Vertreter der Bruderschaften von Kamp-Lintfort mit ihren Schützenkönigen, die Bergleute vom Förderverein für Bergmannstradition wie auch wie Fahnenschwenker geben dem Familiengottesdienst den besonderen Rahmen. Es ist mucksmäuschenstill. Doch von Aufregung ist bei den Kleinsten keine Spur, „weil wir das Thema gut vorbereiten und die Lieder bekannt sind“, sagt Erzieherin Carmen Möller. „Die Kinder erleben, wie der Glaube und unser christliches Kulturgut weitergegeben und gelebt werden“, ergänzt Einrichtungsleiterin Manuela Kempkes. Zum 14. Mal bietet die Reithalle die stimmungsvolle Kulisse für den Gottesdienst, immer ein Wochenende nach den Feierlichkeiten zum Erntedank in der Kirchengemeinde. Die Besonderheit dieses Familiengottesdienstes ist weit über die Stadtgrenze bekannt. Elisabeth Portner stehen später die Tränen in den Augen. „So etwas Schönes“, sagt sie gerührt. Mit ihrer Tochter ist sie aus dem Duisburger Raum angereist. „So eine große Gemeinschaft haben wir in Duisburg nicht mehr“, sagt ihre Tochter Annemarie Stiehl. „Vor allem die alten bekannten Lieder sind geblieben“, freut sie sich. Laura Weimann ist zum ersten Mal dabei und hat einen besonderen Bezug zu diesem Gottesdienst, „weil unsere Tochter Laura zu den Kindergartenkindern gehört“, verrät sie. Der Familiengottesdienst macht ihr Spaß, zeigt er doch auch, dass Kirche anders kann. Ob mit Kinderwagen oder mit den Rollatoren, nach dem Gottesdienst ist mächtig Bewegung in den Reihen. Das Ziel ist die Wiese, wo sich die jungen Fahnenschwenker aufgestellt haben. In Windeseile und mit wenigen Handgriffen verwandelt sich derweil die Reithalle in ein riesiges Landcafé. Kaffeeduft liegt über den langen Kaffeetafeln. Die Landfrauen sorgen für die Bewirtung mit Kuchen oder bieten Zwiebelkuchen und Federweißer an. Vor der Reithalle glüht bereits der Grill. Die Salatbar ist gut bestückt. Alles deutet auf ein ausgiebiges, gemütliches Beisammensein in ländlich-familiärer Gemeinschaft hin. Mittendrin ist Dieter Dormann, Brudermeister der einladenden St. Michael Bruderschaft Saalhoff. Zufrieden ist er. Mehrere hundert Gottesdienstbesucher, Jung und Alt, können sich nicht irren.

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