Kundgebung am Mittwoch St.-Bernhard-Hospital beteiligt sich am Krankenhaus-Protest

Kamp-Lintfort · Die NRW-Krankenhäuser protestieren am Mittwoch gegen den fehlenden Finanzausgleich des Bundes vor dem Landtag in Düsseldorf. Aus Kamp-Lintfort macht sich ein Bus mit 60 Mitarbeitern auf den Weg. Welche Forderungen sie in der Landeshauptstadt vorbringen wollen.

60 Mitarbeiter des St.-Bernhard-Hospital fahren zur Kundgebung nach Düsseldorf.

60 Mitarbeiter des St.-Bernhard-Hospital fahren zur Kundgebung nach Düsseldorf.

Foto: Endermann, Andreas (end)

 Die nordrhein-westfälischen Krankenhäuser fordern von der Bundesregierung die ausreichende und dauerhafte Finanzierung der hohen Inflationskosten und der für das Jahr 2024 beschlossenen Tariferhöhung von rund zehn Prozent. „Bisher weigert sich der Bund aber, seinem gesetzlichen Auftrag zu entsprechen und eine den steigenden Betriebskosten angemessene Vergütung für die Kliniken zu ermöglichen“, teilt das St.-Bernhard-Hospital mit. In der Folge gerieten immer mehr Krankenhäuser in eine wirtschaftliche Schieflage.

Deshalb wollen am Mittwoch, 20. September, rund 10.000 Beschäftigte mit einer Kundgebung vor dem Landtag in Düsseldorf für die finanzielle Absicherung der Daseinsvorsorge protestieren. „Die beste Medizin: saubere Finanzierung“ lautet die Botschaft an Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach. Auch das St.-Bernhard-Hospital und die Kliniken der St. Franziskus-Stiftung Münster unterstützten diesen Protest, der um „fünf vor zwölf“ Uhr beginnen wird. Aus Kamp-Lintfort  macht sich ein Bus mit 60 Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen auf den Weg nach Düsseldorf.

Zu der Kundgebung hat die Krankenhausgesellschaft Nordrhein-Westfalen (KGNW) aufgerufen, sie findet parallel mit bundesweiten Protestveranstaltungen statt. „Alle Klinik-Geschäftsleitungen stehen vor einer schwierigen Entscheidung: Sie wollen den Beschäftigten die verdiente Tariferhöhung zahlen. Denn damit werden die Wertigkeit ihrer Arbeit und ebenso die Attraktivität der Krankenhäuser als Arbeitgeber unterstrichen. Aber weil den Geschäftsführerinnen und Geschäftsführern das Geld dazu fehlt, bringen sie ihr Krankenhaus und damit viele, viele Arbeitsplätze in Gefahr“, beschreibt Ingo Morell, Präsident der Krankenhausgesellschaft Nordrhein-Westfalen (KGNW), einen sich aufbauenden Konflikt.

„Diese Gefahr ist absolut real und konkret nachweisbar. Der Bundesgesundheitsminister hat es in der Hand, einen gefährlichen Abwärtsstrudel für die Daseinsvorsorge zu verhindern. Der Bundesgesundheitsminister bestreitet auch die wirtschaftliche Notlage überhaupt nicht. Dass er sich bisher weigert gegenzusteuern, ist rational nicht nachzuvollziehen. Dabei darf es nicht bleiben.“

„Die Krankenhäuser in NRW stehen vor extremen Herausforderungen, weil sie durch enorm gestiegene Kosten immer mehr in eine wirtschaftliche Schieflage geraten“, sagt Josef Lübbers, Geschäftsführer des St.-Bernhard-Hospitals. „Die Bundesregierung schaut aber weiter tatenlos dabei zu, wie Kliniken in immer größerer Zahl in ernste finanzielle Not geraten. Denn im nächsten Jahr steht auch die vereinbarte Tariferhöhung von mehr als zehn Prozent an. Wenn diese Tariferhöhung nicht refinanziert wird, werden die Krankenhäuser als Säule der Daseinsvorsorge massiv überfordert. In der Folge drohen uns drastische Versorgungseinschränkungen“, warnt Geschäftsführer Lübbers.

(aka)
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