Kamp-Lintfort: SPD will Ampel für die Mittelstraße

Kamp-Lintfort : SPD will Ampel für die Mittelstraße

Die neue Verkehrsführung im Kreuzungsbereich Mittelstraße/ B 510 verärgert Autofahrer. Um die Verkehrssituation zu entschärfen, hatte Straßen NRW die Fahrbahn auf eine Spur verengt. Die SPD will sich für eine bessere Lösung einsetzen.

Besonders Berufspendler sind sauer: Seit einigen Wochen müssen alle, die von der Mittelstraße auf die Bundesstraße 510 einbiegen wollen, warten - Rückstau inbegriffen. Um dort die Verkehrssituation zu entschärfen, hatte Straßen NRW die Verkehrsführung in diesem Bereich komplett neu regeln lassen. Der Kreuzungsbereich bietet statt wie bisher zwei Spuren nur noch Platz für ein Auto, das in die B 510 abbiegen kann. "Dies geht jedoch massiv zulasten des Verkehrsflusses, und so stauen sich gerade zu Stoßzeiten die Autos bis weit in die Mittelstraße hinein. Bis man endlich auf die Bundesstraße kommt, vergehen etliche Minuten, besonders wenn vorne ein Linksabbieger steht", betont Jürgen Preuß, Fraktionsvorsitzender der SPD.

Viele Kamp-Lintforter hatten sich darüber verärgert geäußert und an Jürgen Preuß und seine Fraktionskollegen gewendet. "Die Stadt ist dafür aber nicht verantwortlich", betonte der Fraktionsvorsitzende. Wie Martin Notthoff, Dezernent bei der Stadt Kamp-Lintfort, auf Anfrage erläuterte, war es in dem Kreuzungsbereich mehrfach zu Unfällen kommen. Eine Unfallkommission, die sich an Ort und Stelle ein Bild gemacht hatte, sei zu dem Schluss gekommen, dass Handlungsbedarf bestehe. "Das war im Mai 2017. Straßen NRW hat die Neuregelung gemäß Erlass jetzt umgesetzt", berichtet Notthoff. Dass der Bereich Mittelstraße und die viel befahrene B 510 sicherer werden muss, bestreitet die SPD nicht. "Anstatt aber für eine vernünftige Neuregelung durch eine Ampelanlage zu sorgen, wird auf dem Rücken der Menschen die billigste Lösung umgesetzt. Das ist für uns nicht akzeptabel", erklärt Preuß und kündigt den Einspruch seiner Ratsfraktion an. Preuß will sich gemeinsam mit SPD-Vertretern auf Kreis- und Landesebene für eine bürgerfreundliche Lösung an der Mittelstraße einsetzen.

Rückenwind bekommt die SPD von den Grünen im Kamp-Lintforter Stadtrat. "Für mich sind die Entscheidungen und Aktionen von Straße NRW schon lange nicht mehr nachvollziehbar", kritisierte Fraktionschef Jürgen Tuschen. "Im Hinblick auf die Landesgartenschau 2020 muss an der Mittelstraße sowieso eine Fußgänger-Ampel installiert werden. Denn diese Straße ist der offizielle Fußweg vom Wandelweg hinauf auf den Kamper Berg", erläuterte der Politiker im Gespräch mit dem Grafschafter. Zwar befindet sich etwa 200 Meter weiter an der Moerser Straße eine Ampel. "Es steht aber zu bezweifeln, dass die Gartenschaubesucher diesen Umweg in Kauf nehmen werden. Die Leute gehen immer den direkten Weg", ist Tuschen überzeugt.

Ein weiteres Ärgernis hat Tuschen an der Kreuzung Feldstraße / B 510 ausgemacht. "Dort war jahrelang im Kreuzungsbereich Tempo 50 - etwa 300 Meter vor und hinter der Ampel. Vor ein paar Monaten wurden die Schilder entfernt. Jetzt darf man dort wieder 70 km/h fahren. Dabei haben Kreis Wesel und die Polizeibehörde diesen Bereich als einen Unfallschwerpunkt ausgemacht."

Für die CDU, so Vorsitzender Simon Lisken, sei die Umsetzung durch Straßen NRW an der Mittelstraße nachvollziehbar. "Es gab bereits Unfälle, und es ist für viele ein unübersichtlicher Punkt. Wenn die Maßnahme für mehr Sicherheit sorgt, ist es eine gute Lösung." Fazit: Problem ungelöst

(RP)
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