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SPD-Fraktion Kamp-Lintfort will schnelle Eingreiftruppe gegen Müll

Mehr Sauberkeit für Kamp-Lintfort : SPD will schnelle Eingreiftruppe gegen Müll

Eine „schnelle Eingreiftruppe“ soll in Kamp-Lintfort künftig für mehr Sauberkeit im öffentlichen Raum sorgen. Das ist jedenfalls der Plan der SPD-Fraktion. Sie schlägt vor, ein zusätzliches Team beim Servicebetrieb ASK zu bilden, das schnell und flexibel – abseits des normalen ASK-Turnus auf Beschwerden über Müll reagiert und diesen beseitigt.

Gleichzeitig soll das Team für die Entfernung von Farbschmierereien zuständig sein. Dazu sollen beim ASK zwei zusätzliche Mitarbeiter eingestellt und ein Fahrzeug (möglichst mit Strom oder Wasserstoff betrieben) angeschafft werden. Einen Antrag dazu werde die SPD im nächsten Ausschuss für Abfall, Straße und Kanal (ASK) am 27. Februar stellen.

Kamp-Lintfort sei keine schmutzige Stadt, sagten SPD-Fraktionschef Jürgen Preuß und sein Stellvertreter Norbert Thiele. „Aber an einigen Stellen gibt es Handlungsbedarf“, so Preuß. Zum Beispiel an Ampeln und vielbefahreren Straßen (Thiele nannte die Friedrich-Heinrich-Allee als Beispiel), wo offenbar Autofahrer Unrat aus dem Fenster werfen. Oder auch dort, wo nach Veranstaltungen Abfallkörbe überquellen. Wie und wann genau die „Eingreiftruppe“ eingesetzt werden könnte – ob sie auch am Wochenende auszurücken hätte – müsse im Detail geklärt werden.

Finanziert werden sollen die neuen ASK-Arbeitsstellen über die Müllgebühr. „Das müssen keine hochqualifizierten Leute sein“, sagte Preuß. Vielleicht sei eine Förderung der Jobs über die Arbeitsagentur möglich. „Wenn die beiden Stellen 80.000 bis 90.000 Euro kosten, wären das für jeden Kamp-Lintforter zwei Euro pro Jahr“, rechnete Preuß vor.

Nach Vorstellungen der SPD sollen die Müll-Einsammler möglichst bald ans Werk gehen. „Zur Landesgartenschau soll die Stadt sauber sein“, sagte Thiele. Dabei wolle die SPD auch die Kamp-Lintforter motivieren, auf ein pflegliches Bild ihrer Stadt zu achten. Die SPD will mit gutem Beispiel vorangehen und sich am „Müllsammeltag“ am 28. März, drei Wochen vor dem Start der Landesgartenschau, beteiligen.

Der Vorstoß für mehr Sauberkeit ist Teil einer „Initiative 2020 plus“, die die SPD-Fraktion am Donnerstag vorgestellt hat. Ein weiterer Punkt widmet sich dem subjektiven Sicherheitsgefühl der Menschen. Rund um den Pappelsee habe sich dieses Gefühl deutlich verbessert, seit ein privater Ordnungsdienst auf Kosten der Stadt dort patrouilliere. Die Sozialdemokraten würden einen solchen Ordnungsdienst gerne auch an weiteren „neuralgischen Punkten“ der Stadt sehen, etwa im Stephanswäldchen oder an Unterführungen.

Ebenfalls ein Punkt auf der Liste der SPD: Die Stadt soll auf die Wohnbaugesellschaft zugehen und diese anhalten, Quartiers-Hausmeister einzusetzen, die sich um das Erscheinungsbild von „problematischen Wohnquartieren“ kümmern. Vorbildcharakter könnte dabei die Einstellung eines Quartier-Hausmeisters durch die Wohnungsbaugesellschaft Grafschaft Moers im Bereich der Marienburger Straße haben. „Wir wollen die Wohnbaugesellschaften in die Pflicht nehmen“, sagte Thiele. „Ich hoffe, sie ziehen mit und nehmen ihre Verantwortung wahr.“