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So blüht es in den Kamp-Lintforter Gärten

Offene Gartenpforte in Kamp-Lintfort : So blüht es in den Kamp-Lintforter Gärten

Nach zwei Jahren Corona-Zwangspause öffnen Privatleute am Samstag und Sonntag wieder ihre grünen Oasen und gewähren Besuchern spannende Einblicke. Warum Hitze und Dürre ein großes Thema in den Gesprächen sein werden.

Duftende Rosen, mehr als 100 Jahre alte Magnolien oder gemütliche Bauerngärten, in denen die „alten Sorten“ mit viel Liebe und Leidenschaft gehegt und gepflegt werden: Die privaten grünen Oasen Kamp-Lintforts öffnen wieder ihre Gartenpforten für interessierte Besucher – nach zwei Jahren Pause, die die Organisatoren der „Kamp-Lintforter Gärten“, eine Arbeitsgruppe im Förderverein Landesgartenschau 2020, wegen der Corona-Pandemie einlegen mussten. Elf private Gärten beteiligen sich am Wochenende an der Neuauflage der Aktion, die 2015 zur Unterstützung der Landesgartenschau 2020 in Kamp-Lintfort entstanden war.

Das ist die Hälfte der Teilnehmerzahl von 2019. „Viele sind noch sehr zurückhaltend, vor allen diejenigen, die nur einen kleinen Garten haben, in dem das Abstandhalten nicht so leicht ist“, berichten Angelika Sturmeit und Stefano Heitmann, die die Organisation innehaben haben. Andere wiederum hätten die Corona-Zeit genutzt, um ihre Gärten neu zu gestalten und seien noch nicht fertig. „Aber auch wir haben lange gezögert und überlegt, was wir machen sollen“, sagt Heitmann. Sie wagten den Neustart und fanden in elf Gartenbesitzern ihre Mitstreiter: Maria Sobeck stellt an der Königstraße ihr Atelier im 600 Quadratmeter großen Garten vor – mit zwei Teichen zwischen Bambus, Hortensien und intensiver Hausbegrünung. Michaela Vahrenholt zeigt an der Mühlenstraße viele bis in den Herbst blühende Stauden.

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Bei Alexandra Arnolds und Gerald Vogel an der Stephanstraße erleben die Besucher südländisches Ambiente auf 1300 Quadratmetern mit Agaven, Palmen und Bananen. Andrea und Matthias Willicks öffnen ihren Wohlfühlgarten mit Bachlauf und Hühnern. Ulrike Kistner pflegt an der Krusestraße ihren Naturgarten mit Rosen. Der Abelshof von Marita Pittgens lädt ebenso zum Besuch und Schauen ein wie der Weinberg am Kloster Kamp, die Unesco-Schule mit ihrem Färbergarten, Silvia und Armin Joos an der Dorfstraße in Hoerstgen sowie Ursula Adams an der Leuchtstraße.

„Ursula Adams begeistert immer wieder mit ihrem großen Wissen. Sie kennt von jeder Pflanze den lateinischen Namen und hat immer eine Rat parat“, sagt Stefano Heitmann, der seinen Bauerngarten an der Saalhoffer Straße ebenfalls öffnen wird. Der Austausch unter Gartenbesitzern, die Anregungen, die man mitnehmen kann, die Entdeckungen, die vielen Ideen und Tipps machen den Erfolg der Kamp-Lintforter Gärten aus. Bis zu 1000 Besuchern wurden in den Vorjahren gezählt. „Wir geben auch gerne mal einen Ableger mit“, sagt Nina Hilse, die zusammen mit Familie Heitmann davon berichten kann, wie der gemeinsame Drei-Generationen-Garten im Laufe der Jahre auf 1200 Quadratmetern als Bauerngarten mit 50 alten Obstbaumsorten gewachsen ist. Ganzer Stolz ist der Edelborsdorfer Apfel, eine der ältesten Sorten, die schon als ausgestorben galt. Ein Thema, da sind sich Nina Hilse, Stefano Heitmann und Angelika Sturmeit sicher, wird die Gespräche am Wochenende auf jeden Fall bestimmen: die Wärme und Dürre, an denen sich der Klimawandel im eigenen Garten inzwischen messen lässt: „Es ist einfach zu warm. Wer keinen eigenen Brunnen für die Bewässerung hat, muss jetzt zusehen, wie er seinen Garten halten kann.“ Viele Pflanzen, die früher gut im Garten gediehen seien, würden heute leiden. „Bei mir ist es zum Beispiel der Phlox. Auch die Bäume drehen ihre Blätter ein“, betont Heitmann. „Wir müssen uns auf diesen Wandel einstellen.“