Regionalwettbewerb "Jugend forscht": Schüler aus Kamp-Linfort dabei

Regionalwettbewerb : Kamp-Lintforter Jugend forscht

Drei Gymnasiasten haben wissenschaftlich über Feinstaub, Nitrat und Husten geforscht. Am Dienstag präsentieren sie ihre Untersuchungsergebnisse in Krefeld.

„In Polen ist die Luft schlecht“, weiß Alexander Dworczyk über Reisen in das Heimatland seiner Eltern und Großeltern zu berichten. „Dort wird wenig für die Luftreinhaltung unternommen. In Deutschland ist die Luft in Stuttgart besonders schlecht. Diese Stadt liegt in einem Talkessel. Die schlechte Luft habe ich bemerkt, als ich einmal mit meinen Eltern dort war.“ Nach dieser „Luft-Kur“ hatte der 16 Jahre alte Zehntklässler die Idee, ein Feinstaubmessgerät zu bauen. „Dann weiß ich, bei welcher Luftqualität ich besser nicht nach draußen gehen sollte“, erzählt er. Er zeigt ein kleines Messgerät, das er aus Sensoren und einem kleinen Bordcomputer hergestellt hat. „Das Schwierige ist die Programmierung“, erläutert er.

Am morgigen Dienstag wird der Gymnasiast des Georg-Forster-Gymnasiums seinen Feinstaubmesser einer Kommission von „Jugend forscht“ präsentieren, wie die Neuntklässlerin Hannah Müller ihre Untersuchung zum Nitratabbau im Wasser und die zukünftige Abiturientin Simona Kisseler ihre Untersuchung, wie ätherischen Öle aus Pflanzen Husten verhindern können. Um sieben Uhr erhalten die Schüler im Seidenweberhaus in Krefeld einen gemeinsamen Platz, auf dem sie ihre Untersuchungen mit Messgeräten und Pflanztöpfchen und Petrischalen nachstellen können. Ab 8 Uhr erwarten sie die Kommission, die sich über jedes Projekt gute zehn Minuten informieren lässt. „In Krefeld sind immer rund 400 Schüler an 200 Ständen dabei“, berichtet Chemie- und Physiklehrerin Renate Seidel, die das Projekt am Gymnasium mit Informatiklehrer Alexander Mill koordiniert. „Es ist der größte Regionalwettbewerb in Deutschland. Schüler vom gesamten Niederrhein nehmen teil. Die besten erreichen den Landeswettbewerb in Leverkusen.“ 2016 und 2018 waren auch Gymnasiasten aus Kamp-Lintfort darunter. Sie errangen den ersten sowie den zweiten und dritten Platz im Regionalwettbewerb. Diesmal haben die Gymnasiasten wieder eine Chance, nach Leverkusen zu fahren, da sie alle wichtigen Themen aus Umwelt und Gesundheit aufgreifen. „Wer viel Feinstaub einatmet, wird nicht so alt“, erläutert Alexander Dworczyk. „Er kann zu chronischer Lungenentzündung und zu Demenz führen.“

Hannah Müller berichtet über das Nitrat: „Es wird durch das Trinkwasser aufgenommen. Es verändert das Hämoglobin im Blut, das den Sauerstoff transportiert. Besonders gefährlich ist es für Neugeborene. Sie können durch Nitrat an Blausucht erkranken.“ Simona Kisseler erläutert: „Kamille, Thymian, Salbei, Knoblauch oder Moosbeeren enthalten ätherische Öle. Sie sind antibakteriell und beugen Husten und Erkältungen vor.“

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