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Kamp-Lintfort: Palliativstation soll Mitte August fertig sein

Kamp-Lintfort : Palliativstation soll Mitte August fertig sein

Das St.-Bernhard-Hospital investiert in Personal und Gebäude. Der acht Millionen Euro teure Umbau des Haupthauses läuft. Jetzt hat auch die Einrichtung einer Palliativstation begonnen.

Positive Zahlen hörte Bürgermeister Christoph Landscheidt, als er zusammen mit Wirtschaftsförderer Dieter Tenhaeff das St.- Bernhard-Hospital besichtigte, um sich über die aktuellen Entwicklungen informieren zu lassen. "50 Prozent der Krankenhäuser schreiben rote Zahlen - wir nicht", sagte Josef Lübbers als Kaufmännischer Direktor. "Wir stehen gut da. Deshalb haben wir Luft für Investitionen."

Das Krankenhaus investiert zum einen in Menschen, zum anderen in Gebäude und Ausstattung. Um Ärzte zu gewinnen, arbeitet es zum Beispiel eng mit den Universitäten in Riga und Budapest zusammen. "In Lettland und Ungarn entspricht das Medizinstudium dem deutschen Standard", sagte Dr. Wilhelm Kirschke als Ärztlicher Direktor. "In Lettland ist das Studium entweder auf Englisch oder auf Deutsch, in Ungarn kommt noch Ungarisch dazu. Diese beiden Länder bilden mehr Mediziner aus, als sie benötigen, anders als Deutschland." Zum Teil drücken die jungen Mediziner im St.-Bernhard-Hospital noch einmal die Schulbank, um ihr Deutsch zu verbessern.

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"Von unseren 80 Ärzten kommen 20 aus Lettland und Ungarn", berichtete Pressesprecher Jörg Verführt. Durch ein gutes Arbeitsklima und ein attraktives Aufgabenfeld bindet das Krankenhaus die Ärzte aus Osteuropa ebenso an sich, wie die aus Deutschland, zum Beispiel im Frühjahr Dr. Martin Grummel als Chefarzt für Operative Orthopädie. "Die Stimmung und das Gesamtangebot müssen stimmen", sagte Kirschke. "Wir zahlen keine Prämien, wenn jemand hier anfängt."

Auch beim Pflegepersonal geht das St.-Bernhard-Hospital neue Wege. Es bietet 50 Ausbildungsplätze für angehende Krankenpfleger an. Dazu kommt nach den Sommerferien ein duales Bachelorstudium für die Gesundheits- und Krankenpflege, in dem Ausbildung und Studium kombiniert sind. "Die Akademisierung der Pflegeberufe nimmt zu", sagte Clemens Roeling, stellvertretender Pflegedirektor.

Das Krankenhaus investiert auch ins Gebäude. Für acht Millionen Euro werden die zweite, fünfte, sechste und siebte Etage des Haupthauses umgebaut. "Der Umbau hat im Frühjahr diesen Jahres begonnen und soll im Herbst 2018 abgeschlossen sein", sagte Josef Lübbers. Mit dem Umbau verschwindet der heutige Backstein hinter einer neuen, weißen Fassade. Diese enthält rot abgesetzte Flächen.

Am Montag begann außerdem der Bau der Palliativstation. Er soll Mitte August abgeschlossen sein. "Wenn keine Heilung mehr möglich ist, betreuen wir dort die uns anvertrauten Menschen auf der letzten Wegstrecke ihres Lebens in angemessener Umgebung", sagte Jörg Verführt. 150 000 Euro kostet es, die Palliativstation einzurichten, von denen bereits 100 000 Euro durch Spenden hereingekommen sind.

"Das Krankenhaus ist mit 700 Mitarbeitern der größte Arbeitgeber vor Ort", sagte Christoph Landscheidt bei seinem Besuch. "Es leistet einen entscheidenden Beitrag zum Wirtschaftsstandort Kamp-Lintfort." Zusammen mit Christiane Underberg ist er Pate für die neue Palliativstation.

(RP)