Kamp-Lintfort: Oldtimer-Freunde auf großer Ausfahrt

Kamp-Lintfort : Oldtimer-Freunde auf großer Ausfahrt

Der Kamp-Lintforter Club ist ein lockerer Kreis. Die Leidenschaft alte Autos zu fahren, zu pflegen und darüber zu sprechen, eint die Besitzer der fahrenden Schätzchen. Der Club besteht seit 30 Jahren.

Hingucker sind diese Autos in jedem Fall. Über 380.000 Fahrzeuge fahren laut Kraftfahrt- Bundesamt mit einem Historienkennzeichen. "Der Oldtimer muss von der Erstzulassung an mindestens 30 Jahre alt sein", erklärt Karl-Heinz Warnke, Vorsitzender vom Club der Oldtimer-Freunde Kamp-Lintfort. Das bedeutet, der Besitzer fährt ein kraftfahrzeugtechnisches Kulturgut. Alles andere ab 20 Jahre darf sich Youngtimer nennen. Im letzten Jahr feierten die Oldtimer-Freunde das 30-jährige Bestehen. Auch in diesem Jahr sind sie wieder alle auf Tour. Beispielsweise mit Opel Admiral, DKW-Junior, Austin Healey oder Triumph TR3 und TR6. Im Club sind auch Trecker- wie Motorradfans. Das Cabrio von Mercedes-Benz scheint beim Blick auf den historischen Fuhrpark mit zu den Favoriten zu gehören und gilt je nach Pflegezustand sogar als gute Wertanlage. Egal, in jedem Fall sorgen die Oldtimer-Freunde für Aufmerksamkeit, wenn sie sich bei Ausfahrten ihrem Ziel nähern.

"Früher haben wir immer noch eine Rallye gemacht. Das wurde dann zu personalintensiv", meint Warnke. Heute dreht es sich für die rund 30 Mitglieder vom Niederrhein um gemütliche Ausfahrten, Oldtimer-Treffen oder um das clubeigene Sommerfest. Angefangen hat es mit den Oldtimer-Fans wie Harald Gayk, Harry Leissa, Albert Hacker, Ferdi Dammertz und Eugen Beyer. Sie gelten als die Gründer des Clubs. Die Faszination Oldtimer, die Liebe zu alten Autos mit zeitlosem Charme, muss nicht erklärt werden. "Das ist ein Virus, den ich nicht loswerde. Keine Chance", meint Warnke. Warum auch? Oft stammen erste Kontakte aus Kinder- oder Jugendtagen, die zum späteren Zeitpunkt konkrete Formen annehmen. "Die Highlights sind unsere Ausfahrten. Man fühlt sich wie eine große Familie", meinte Warnke. Manuela Giesen und ihr Mann Bodo fahren einen Austin Healey. "Ich bin Beifahrerin. Überall stoßen wir auf gut gelaunte Menschen. Vor allem, wir lernen schnell Leute kennen. Die Gemeinschaft ist toll", meint Manuela Giesen über das Lebensgefühl mit dem Oldtimer unterwegs zu sein.

Weiterer Pluspunkt: die Leidenschaft für das rollende Schätzchen ist selbsterklärend. Warnke hat früh mit seinem ersten Oldtimer zugelangt. "Ein Citroen 11 CV. Der war damals auch als Gangsterlimousine bekannt." Klar, dass jedes 30-plus Gefährt Zuwendung braucht, manchmal auch ein neues Ersatzteil. "Der Markt ist gut", so Warnke. Mercedes-Benz hat sogar ein Classic-Center. Die Schraubermentalität ist ein weiteres Kennzeichen der Oldtimer-Freunde. Die meisten von ihnen sind bereits aus dem aktiven Berufsleben raus. "Vor allem die Gespräche darüber, warum der Austausch eines Ersatzteils nötig war und wie die Reparatur geklappt hat, sind wichtig", heißt es aus dem Clubkreis. Mit der Technik unter der Haube kennen sie sich aus und legen selber Hand an, um ein Stück weit ihre Unabhängigkeit zu genießen. Nur bei ganz schwierigen Fällen, sei es der Austausch von Stoßdämpfern, geht es zum Spezialisten in die Kfz-Fachwerkstatt. Am besten zu dem, der ein Faible für diese Autos hat und über Erfahrung verfügt. Schließlich soll das Besondere erhalten werden, denn es steht zugleich für ein Stück Kulturgeschichte. Handicap der rollenden Schätze ist oft der niedrige Einstieg, wenig Komfort und bescheidener Platz im Innenraum. "Aber so lange das Ein- und Aussteigen klappt . . .", sagt Warnke schmunzelnd.

Der Club trifft sich jeden ersten Donnerstag im Monat, 19 Uhr, in der Bodega Sevilla, Oststraße 15.

(sabi)
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