Notfalldosen retten Senioren und chronisch Kranken in Kamp-Lintfort das Leben.

Soziales in Kamp-Lintfort : Notfalldosen retten Senioren und chronisch Kranken das Leben

(sabi) Die handliche Notfalldose im Format eines Joghurtbechers kann Leben retten. 500 dieser Dosen mit grüner Aufschrift stehen ab sofort für chronisch Kranke wie ältere Menschen beim Kamp-Lintforter Seniorenrat abholbereit.

Die Sparkasse Duisburg hat die Exemplare gesponsert. „Ein wirklich tolles und überzeugendes Projekt, um im Notfall vorzubeugen“, sagt Sparkassen-Marktbereichsleiter Rainer Ullrich.

Gemeint ist die Dose mit Schraubverschluss und grüner Aufschrift, die als Idee eines kleinen Pflegedienstes derzeit bundesweit für Furore sorgt. Die Notfalldose mit Patientendaten zu Vorerkrankungen, Allergien, eingenommenen Medikamenten enthält zudem die Adresse des behandelnden Arztes, des Pflegedienstes und der Menschen, die im Notfall benachrichtigt werden sollten. „Die Notfalldose gibt besonders älteren Menschen in ihren eigenen vier Wänden Sicherheit. Sogar doppelte Sicherheit, wenn daran der Hausnotruf gekoppelt ist. Das hören wir immer wieder“, sagt Ulrike Kaufmann von Seniorenrat der Stadt Kamp-Lintfort. Der Hausnotruf wird anteilig von den Krankenkassen übernommen. Ihr zusätzlicher Tipp: Die Informationen sollten im Laufe der Zeit immer wieder auf den neuesten Stand gebracht werden. Die bisherigen Erfahrungen sind überaus positiv, wie auch Stephan Bilstein betont. Als „gute Sache“ bezeichnete Sozialdezernent Christoph Müllmann das Projekt. Wertvolle, lebensrettende Zeit geht im Notfall nicht verloren. „Oftmals stehen der Betroffene wie auch die Angehörigen derartig unter Schock, so dass beispielsweise die Aufzählung von eingenommenen Medikamenten wie Blutverdünner gar nicht möglich ist“, ergänzt Jeannette Fritz. Wichtig ist der empfohlene, bundeseinheitlich propagierte Aufbewahrungsort, am besten in der Kühlschranktür. Die Dose enthält zwei Aufkleber. „Sie gehören gut sichtbar an die Haustür und an die äußere Kühlschranktür. Sie sind für die Rettungskräfte vor Ort ein wertvoller Hinweis“, so Bilstein. Das Suchen in Schubladen und Schränken entfällt. In der Hochschulstadt ist die Nachfrage nach diesen Notfalldosen hoch.

„Die Notfalldosen geben wir während der Sprechstunden, montags von 9 bis 11 Uhr, im Rathaus, Raum 102 mit der nötigen Information aus“, so Bilstein.

(sabi)
Mehr von RP ONLINE