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Niederrheinbahn: Fährt RE 44 erst ab 2035 nach Kamp-Lintfort?

ÖPNV in Kamp-Lintfort : Bahn: Fährt RE 44 erst ab 2035 nach Kamp-Lintfort?

Verhandlungen mit der Deutschen Bahn zur Aufnahme des Regelbetriebs der Niederrheinbahn bis nach Kamp-Lintfort haken. Es formiert sich eine breite Front für den Bahnanschluss ab 2022/23.

(aka) Die Reaktivierung der Zechenbahn ist in Kamp-Lintfort seit 20 Jahren ein Thema. Mit der Schließung des Bergwerkes West 2012 wurden die Planungen von Jahr zu Jahr konkreter. Seit zwei Monaten steht für alle Beteiligten fest, dass die Deutsche Bahn offenbar in anderen Zeiträumen geplant hat: „Wir haben erst jetzt erfahren, dass es bei der Bahn eine interne Richtlinie gibt, nach der jeder Eingriff in den Altbestand, der aus der Zeit der 1920er Jahre stammt, den neuesten Stand der Technik erfordert. Das hat uns niemand gesagt“, berichtete der Kamp-Lintforter Bürgermeister Christoph Landscheidt am Mittwoch. Dazu gehört auch der Neubau eines elektronischen Stellwerks im Bahnhof Moers. Nach RP-Informationen hat die Bahn diese Maßnahme erst für 2035 vorgesehen. Eine Einbindung der Niederrheinbahn sei darüber hinaus nur nach Durchführung eines vorgeschalteten Planfeststellungsverfahrens möglich, hieß es. Das hat zur Folge, dass nicht nur der Pendelbetrieb zur Landesgartenschau weiter offen ist, sondern auch die Aufnahme des Regelbetriebs in weiter Ferne liegen könnte. Die Akteure in Kamp-Lintfort gingen bislang davon aus, dass dieser im Jahr 2022/23 starten könnte. In ersten Verhandlungen habe die Bahn Varianten für den Altbestand vorgestellt, so Landscheidt. Er zeigte sich davon überzeugt, dass ein neues modernes Stellwerk aber auch in zwei Jahren zu bauen sei. Wie er betonte, hat sich eine breite Front gegen die Bahn-Pläne formiert: „Verkehrsministerium, VRR und wir ziehen in dieser Sache alle an einem Strang. Das Land hat sich sehr engagiert. Alle wollen den Ausbau. Und ich glaube, dass wir das hinbekommen.“ Die Beteiligten hoffen jetzt auf Bahn-Vorstand Ronald Pofalla. Ein Brief an den Bahnchef wurde am Dienstag auf den Weg gebracht. Die Stadt Kamp-Lintfort erwarb die Trasse, gründete eine Infrastrukturgesellschaft und legte eine Machbarkeitsstudie für den Gleisbogen bei Rheinkamp vor. Der VRR gab eine Bestellgarantie ab. Das Land fördert die ÖPNV-Maßnahme zu 90 Prozent. „Dies wurde in Kommunikation mit der Bahn geplant“, betonte Landscheidt. Eine Anfrage bei der Deutschen Bahn zum Thema blieb am Mittwoch unbeantwortet.