Kiesabbau am Niederrhein Niederrhein-Appell – RVR-Pläne empören die Bürger

Kamp-Lintfort · Das Aktionsbündnis „Niederrheinappell“ kritisiert, dass der neue Entwurf des Regionalplans die vom Kiesabbau betroffene Region nicht entlastet. Warum man jetzt ein Signal von Wirtschaftsministerin Neubaur erwartet.

Die Bürgerinitiativen am Niederrhein erwarten jetzt ein Signal vom Land.  Foto: Armin Fischer

Die Bürgerinitiativen am Niederrhein erwarten jetzt ein Signal vom Land. Foto: Armin Fischer

Foto: Armin Fischer (arfi)

Das Aktionsbündnis Niederrheinappell zeigt sich empört über den neuen Entwurf des Regionalverbands Ruhr zum Kiesabbau am Niederrhein. Vorsitzende Simone Spiegels kritisiert, dass der vorgelegte Entwurf des RVR die Region nicht entlaste. Die betroffenen Bürger erwarteten jetzt ein Signal von Wirtschaftsministerin Neubaur an die Regionalplanungsbehörde.

Die Ankündigung des Regionalverbands Ruhr über die veränderten Flächen im Regionalplan habe große Empörung unter den betroffenen Bürgern ausgelöst. „Natürlich sind wir froh um jede Fläche, die vom Kiesabbau verschont bleibt. Aber der RVR hat das absolute Minimum geleistet, indem er lediglich Teilflächen gestrichen hat, alle neuen Standorte sind an sich noch drin“, so Simone Spiegels. Das könne man am Beispiel Saalhoff sehen. Die nördliche Fläche sei gestrichen, aber die südliche Fläche solle dennoch abgegraben werden. „Es ist unseres Erachtens nur eine Frage der Zeit, dass die jetzt gestrichenen Flächen wieder in Diskussion geraten“, betont Spiegels. Die Belastung für Anwohner, Natur und Umwelt mit Dreck, Lärm und LKW-Verkehr, unterbrochene Biotopverbunde und zerstörte Naherholungsgebiete blieben gleich, weil die Flächen nur kleiner, aber nicht entfallen seien, kritisiert sie. Der RVR habe den Landtagsbeschluss zum Landesentwicklungsplan nicht berücksichtigt. Dieser habe Änderungen zum LEP im Bereich Rohstoffentnahme enthalten und die Anweisung, dass die Regionalplanung diese Zielsetzungen bereits jetzt in ihre Planung mit einfließen lassen solle.

Spiegels: „Wir wollen verhindern, dass mit dem neuen Regionalplan für 20 Jahre Fakten geschaffen werden zu einem Zeitpunkt, wo die Landesregierung bereits beschlossen hat, dass noch in dieser Legislaturperiode ein Degressionspfad eingeschlagen und der Ausstieg aus dem Kiesabbau in den betroffenen Regionen eingeleitet werden soll.”

(aka )
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