Nicole Poelman-Heinhold stellt in der Kamp-Lintforter Mediathek aus.

Ausstellung in der Mediathek : Die Freude am Malen treibt sie an

Nicole Poelman-Heinhold stellt in der Kamp-Lintforter Mediathek aus.

26 Arbeiten stellt Nicole Poelman-Heinhold in der Kamp-Lintforter Mediathek aus. Sie sind in Teilen abstrakt wie gegenständlich, tragen Namen wie „Living Tree“, „In Love“ oder „Weitblick“. Der Titel „Follow your own way“, also den eigenen Weg gehen, dürfte ein versteckter Hinweis darauf sein, dass die Autodidaktin spät, aber nicht zu spät, zur Malerei gekommen ist. „Bereits mein Opa malte und zur Malerei habe ich mich immer hingezogen gefühlt“, erklärt die 56-Jährige, die weitläufig mit Joseph Beuys verwandt ist. „Im Flugzeug saß ich vor Jahren neben einem Künstler, der mir erklärte, wie wichtig Kunst für den Menschen und die eigene Seele ist. Getraut habe ich mich damals noch nicht“, erinnert sich die Malerin.

Nicole Poelman-Heinhold buchte Malkurse und ließ sich von ersten Erfolgen leiten. Die Überzeugung, malen zu wollen, Schaffensprozesse zu durchlaufen, nahm Gestalt an. „Das Malen und die Freude, die ich dabei empfinde, treiben mich an“, sagt sie. 2016 holte sie sich weitere professionelle Begleitung im Ossenberger Atelier von Kiki Dietz, richtete parallel dazu ein eigenes Atelier ein. Sie folgte ihrem Impuls, den Pinsel in die Hand zu nehmen und spontan die Leinwand zu gestalten.

Zeit für kleine Skizzen gönnt sie sich nicht. Sie hat klare Vorstellungen zu einem Thema, das nach Umsetzung verlangt. Ab 2018 beginnt sie, der Öffentlichkeit ihre Arbeiten zu zeigen und erhält viel Anerkennung. Ihre ausgestellten Arbeiten sind keinem eindeutigen Stil zuzuordnen. Welche Eindrücke der Betrachter mitnimmt, zu welchen Gedanken ihn das Bild inspiriert, sei die andere Perspektive.

Die Bilder finden schnell den Dialog zum Betrachter. Manchmal gebraucht sie einfaches Handwerkszeug für die Gestaltung. Das kann ein Abzieher sein oder mal ein Tortenheber. „Ich gehe beim Malen meiner Stimmung und meinen Gefühlen nach. Jedes Bild erzählt eine Geschichte und hat einen Hintergrund.“ Die Malerei ist für sie wichtig als Ausdrucksmittel. Sie plädiert deshalb dafür, dass Kinder früh mit Pinsel und Farben umgehen sollen. Sie arbeitet an einer Duisburger Schule als Integrationshelferin und erlebt dort, wie interessiert Kinder mit dem Thema umgehen. „Ich denke, schon Grundschulkinder können beim Malen ihre Gefühle, Ängste und Sorgen einfließen lassen“, so die 56-Jähirge auch über einen präventiven Aspekt. Sie plant, mit Kindern kreativ zu arbeiten. Malen tue der Seele gut, stärkt und beflügelt, beschreibt sie ihre Erfahrungen. „Für mich hat sich vieles positiv entwickelt. Mein Weg geht weiter“, so ihre Bilanz.

Die Ausstellung ist während der Öffnungszeiten der Mediathek bis zum 27. September zu sehen.

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