Neun Stunden Rock am Alten Rathaus Kamp-Lintfort

Kamp-Lintfort : Neun Stunden Rock am Alten Rathaus

Das Jugendkulturverein Ka-Liber lud am Samstag zum fünften „Rock im Kaff“ ein. 400 Fans genossen das Musikfestival. Ob es im nächsten Jahr wieder stattfinden kann, ist unsicher.

„Die Stimmung ist großartig“, fand am Samstagabend Felix Friberg. Der Gitarrist und Sänger der Band „Burn“ freute sich sichtlich über 400 Rockfans, von denen er und die anderen drei Bandmitglieder angefeuert wurden. Sie spielten eigene Songs, in denen sie schon einmal laut Wave und Rock mischen, wie vor fünf Jahren, als sie das letzte Mal beim Festival „Rock im Kaff“ auf der Bühne gestanden hatten.

„Burn“ war gleichzeitig Vorgruppe der Band „Blackout Problems“, die diesmal der Hauptact vor dem Alten Rathaus war. Sie war unter anderem 2018 beim Deichbrand Festival bei Cuxhaven an der Nordseeküste und 2019 bei Rock am Ring auf dem Nürburgring bei Adenau in der Eifel aufgetreten. Am Samstagabend rockte die Band aus München mit ihrem Dark Pop erstmals die Konzertbesucher in Kamp-Lintfort. „Die kleinen Bühnen wollen wir nicht auslassen“, sagte Bandleader Mario Radetzky. „Wir haben eine politische Botschaft.“ So präsentierten die professionellen Musiker zum Beispiel Songs, die zu Klimaschutz auffordern oder vor einem Rechtsruck warnen.

„Der Auftritt ist ein Meilenstein auf der Bühne“, meinte Nina Dahlem-Engelskirchen als Geschäftsführerin des Jugendkulturvereins Ka-Liber. Wie bei den Festivals 2012, 2013, 2014 und 2017 hatte sie mit Jugendlichen die Gruppen ausgesucht. „Alle Facetten der neuen Rockmusik sind zu hören“, umschrieb sie die Mischung. „Immer öfter unterlegen die Musiker ihre Songs mit deutschen Texten.“

Einige Musiker und Bands standen schon mehrfach bei „Rock im Kaff“ auf der Bühne, einige zum ersten. Zum Beispiel war Songschreiber, Gitarrist und Sänger Noah Warwel schon vor zwei Jahren von Moers nach Kamp-Lintfort gereist, um Musiksequenzen aufzuzeichnen, sie als Schleifen, „Loops“, zu wiederholen und dazu weitere Musik zu machen. Mit eher leisen Tönen war er für die Gruppe „Stunde 2“ aus Hennef im Siegerland eingesprungen, die kurzfristig abgesagt hatte.

Warwel eröffnete am frühen Samstagnachmittag das Festival, nachdem sich die sechs Tanzgruppen des Ka-Liber präsentiert hatten. Es bot wieder fast neun Stunden Rockmusik, oft selbstkomponierte. Das Festival ist das größte Even des Jugendkultcafés im Alten Rathaus. Es zieht Rockfans von zwölf bis 60 Jahren an. Gleichzeitig ist es das teuerste, weil es Geld kostet, eine Bühne mit Musiktechnik aufzubauen. „Wir würden gerne jedes Jahr im Juni zu Rock im Kaff einladen“, sagte Nina Dahlem-Engelskirchen. „Wir haben 20 Jugendliche, die in die Organisation eingebunden sind und mithelfen. Ihnen vielen Dank. Aber bislang haben wir keine großen Sponsoren gefunden und keine finanzielle Unterstützung. So können wir es nicht jedes Jahr organisieren.“

Sie blickte bereits auf das nächste Jahr, für das noch nicht feststeht, ob es ein Festival gibt. Auf jeden Fall will Ka-Liber am Weltkindertag am 20. Juni auf dem Platz rund um den Verkehrspavillon zu einer Play Station einladen. „Wir bieten Mitmachspiele an, wie bei einem Spiel ohne Grenzen“, sagte Nina Dahlem-Engelskirchen. Ka-Liber wolle die Play Station zusammen mit zwei anderen Institutionen organisieren.

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