Neues Wohnen am Tor Ost in Kamp-Lintfort.

Wohnen in Kamp-Lintfort : Neues Wohnen am Tor Ost

Bei einem „Spaziergang“ am „Tor Ost“ erläuterte der Gocher Investor Philip Jannsen die Idee der geplanten Klimaschutzsiedlung in dem Stadtteil.

Gut ein Dutzend Personen versammelten sich vor der Bäckerei Holland, um mehr über das geplante Bauprojekt am „Tor Ost“ zu erfahren. Der SPD-Landtagsabgeordnete René Schneider hatte zu dem „Spaziergang“ eingeladen, da dort in den vergangenen Tagen Bäume gefällt worden waren. Die Anwohner bedauerten dies sehr. „Der schöne Park ist weg – das ist so“, wolle er „nichts schönreden“. Dafür gebe es aber einen Grund, „den muss man mal erzählen und das am besten vor Ort“, erläuterte Schneider die Motivation. Jürgen Preuß, SPD-Fraktionsvorsitzender und Vorsitzender des Stadtentwicklungsausschuss, stellte klar, dass man „nicht alle Bäume“ gefällt habe, sondern „nur das, was den Baukörpern entgegensteht, was sein musste.“ Er machte deutlich: „Wir stehen als Politiker dafür, dass wir preisgünstige Mietwohnungen in Kamp-Lintfort zur Verfügung stellen.“ Aus diesem Grund habe man den Vorschlag gemacht, das Grundstück an der Rheinstraße/Moerser Straße an einen Privatinvestor zu verkaufen, „um Häuser zu bauen, die hochwertig sind, auch öffentlich gefördert, aber die dafür sorgen, dass eine vernünftige Mischung von der Bewohnerschaft her da ist.“ Stadtkämmerer Martin Notthoff bestätigte, dass der „Investor ganz frisch von uns die Baugenehmigung erhalten“ habe. Damit überraschte er den Geschäftsführer der Gocher PSCJ GmbH & Co KG, Philip Janssen. Er bestätigte die Absicht, drei energieeffizient Baukörper mit 69 Wohnungen mit einer Größe von 55 bis 65 Quadratmetern im Passiv-Haus-Standard bauen zu wollen. Davon werden 60 Wohnungen sozial gefördert und neun Wohnungen frei finanziert. „Die NRW-Bank muss noch zustimmen“, so Janssen. Dazu kommen noch 40 Stellplätze für je 25 Euro im Monat. Jede der Wohnungen soll zumindestens barrierarm oder ganz barrierefrei - mit Schalldämmverglasung, anthrazitfarbenen Fenstern, Rolläden, Fliesen, Wohnraumlüftung, „Kellerersatz“ und Balkon - ausgestattet werden. Jeder Komplex soll über ein Fahrstuhl verfügen und über einen Abstellraum für Räder. Die Wärmeversorgung soll über eine konventionelle Gasheizung erfolgen, der Mietpreis bei 6 Euro netto kalt liegen. Janssen bestätigte, dass die Bauarbeiten zeitgleich ab September beginnen sollen, um die Belastung möglichst gering zu halten. „Es können 12 oder 16 Monate sein, geplant sind 15.“ Martin Notthoff sprach von „Nullenergiehäusern“ und einem „zukunftsweisenden Projekt“ für die Stadt. „Es werden wohl nur noch solche Siedlungen gebaut werden können. Die Zwänge liegen auf der Hand. Dazu muss man auch Angebote machen, und da gehört diese Siedlung dazu.“ Für die gefällten 14 Bäume wird es übrigens neue Bäume geben.

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