Kamp-Lintfort.: Neues Führungsduo für die Musikschule

Kamp-Lintfort.: Neues Führungsduo für die Musikschule

Michael Schmidt und Birgit Ullrich führen seit Oktober den Trägerverein der Musikschule in Kamp-Lintfort. Der neue Vorstand möchte die Bildungseinrichtung bekannter machen. Die Ensembles sollen mehr auftreten.

Musik, Gesang und Tanz - das Angebot der Musikschule in Kamp-Lintfort ist vielfältig. Was ihr fehlt? "Mehr Öffentlichkeit, mehr Auftritte", betont Michael Schmidt. Und dafür möchte er werben. Bislang könne die Musikschule nur zwei wesentliche Auftritte vorweisen: das alljährliche Adventskonzert und den Auftritt im Vorprogramm der "Kamper Nacht". Das reicht aus Sicht des neuen Vorsitzenden des Trägervereins nicht aus, damit die Schule in der Bürgerschaft wahrgenommen werde. "Wir wollen gemeinsam ausloten, welche Möglichkeiten sich in Kamp-Lintfort bieten", erklärt Stellvertreterin Birgit Ullrich. Sie könnte sich gut vorstellen, dass Ensembles der Musikschule auf Veranstaltungen wie zum Beispiel auf dem Empfang des Bürgermeisters spielen.

Seit Mitte Oktober bilden Schmidt und Ullrich die neue Führungsspitze des Trägervereins. "Unsere Aufgabe ist es, für die notwendigen Strukturen und die ausreichende Finanzierung zu sorgen, damit die Schule ihre Arbeit leisten kann", sagt Schmidt, der die Nachfolge von Heinz-Günther Schmitz (SPD) als Vorsitzender antrat. Schmidt, der sich politisch bei den Grünen engagiert, gehörte 1991 zu den Gründungsmitgliedern von Musikschule und Trägerverein, 2004 rückte er zum Stellvertreter auf. Er war bis zu seinem Ruhestand Stabsleiter im Bereich Sozialentwicklungsplan bei der Stadt Moers beschäftigt.

Seine Stellvertreterin Birgit Ullrich ist Motopädin und Heilpädagogin. "Musik und Bewegung haben einen ganz wunderbaren Einfluss auf die Entwicklung von Kindern", begründet sie, warum sie sich im Trägerverein erstmals für einen Vorstandsposten zur Wahl stellte. Die Kamp-Lintforterin ist SPD-Mitglied und führt im Jugendhilfeausschuss der Stadt den Vorsitz. Stolz sind beide darauf, dass die Einrichtung nicht nur eine Musikabteilung hat, sondern auch Ballett anbietet. "Dieser Bereich hat stark gewonnen und zählt inzwischen 80 Teilnehmer", sagt Schmidt. "Allerdings bedauern beide, dass es für die Tänzer kein entsprechendes Raumangebot gibt, schon gar nicht im Alten Rathaus, wo die Musikschule seit einigen Jahren ihren Sitz hat. "Die Tänzer treffen sich in der Sporthalle der Förderschule an der Friedrich-Heinrich-Allee, weil es dort einen Spiegel gibt", sagt der Vorsitzende. Er hat aber schon einen anderen Standort im Blick: Er möchte sich für den Umzug der Ballett-Abteilung in die Dreifachsporthalle der Europaschule stark machen. "Dort gibt es einen Schwingboden, Duschen und Toiletten." Die Musikschule wurde 1991 gegründet, 2016 wurde das 25-jährige Bestehen gefeiert. "Es gab bis 1991 nur eine private Musikschule in der Stadt", erinnert sich Schmidt. Ziel sei es damals gewesen, eine Einrichtung zu schaffen, die jeder Altersgruppe bis zu den Erwachsenen die Möglichkeit bietet, ein Instrument zu erlernen und sich musikalisch zu betätigen. Obgleich von der Kommunalpolitik getragen, entschied man sich gegen eine städtische Trägerschaft. "Diese hätte zu starke Personalausgaben gebunden. Eine Stadt wie Kamp-Lintfort hätte dies finanziell nicht stemmen können", sagt Schmidt. Der Trägerverein orientiert sich heute am Tarifvertrag für Musikschullehrer. Leiter der Musikschule ist Martin Begall. Eine Verwaltungsmitarbeiterin steht ihm zur Seite. Größte Herausforderung in der 26-jährigen Geschichte der Musikschule war der Umzug von der Förderschule in die neuen Räume im Alten Rathaus an der Moerser Straße. Der Trägerverein brachte sich in den Umbau der Räumlichkeiten mit rund 100.000 Euro ein. "Das hat an unseren Rücklagen gezehrt", sagt Schmidt.

Der Etat der Einrichtung beläuft sich auf 600.000 Euro, davon fließen 550.000 Euro in die Honorare. "Unsere Musikschule finanziert sich vor allem aus Elternbeiträgern. Die Stadt gibt einen Zuschuss in Höhe von 165.000 Euro." Schmidt und Ullrich sehen ihre dringlichste Aufgabe darin, mehr finanzielle Mittel für die Einrichtung zu beschaffen. In der Sparkasse Duisburg habe man einen verlässlichen Partner gefunden, so Schmidt. Weitere Sponsoren seien aber willkommen. Der Vorsitzende würde gerne auch Stiftungsgelder anzapfen. "Aber dafür brauchen wir ein fertiges Programm, das wir den Geldgebern vorlegen können." Schmidt denkt an Angebote wie "Jump", das auf Initiative von Musikschulleiter Martin Begall realisiert wurde. Der Vorsitzende möchte die Musikschule auch an Aktivitäten des Kulturbüros im Bereich der Kulturellen Bildung mehr andocken, um weitere Projekte anschieben zu können. Auch die Zusammenarbeit mit dem Verein Ka-Liber, der ebenfalls seinen Sitz im Alten Rathaus hat, will das neue Führungsduo verbessern.

Zum Vorstand gehören Schatzmeister Peter Wähner, Schriftführerin Saskia Hennig und Beisitzerin Hannelore Wolff-Küppers.

(RP)