Kamp-Lintfort: Neue Wege in evangelischen Gemeinden

Kamp-Lintfort : Neue Wege in evangelischen Gemeinden

"Zeit für das Wesentliche" hieß die Veranstaltung in Kamp-Lintfort, bei der Pfarrer über Veränderungen diskutierten.

Neue entscheidende Aufgaben warten auf die evangelischen Gemeinden im Kirchenkreis Moers: Raum schaffen für Veränderungen und einen Leitfaden entwickeln für mehr Kreativität - so das Programm. "Zeit für das Wesentliche" war daher auch das Thema einer Veranstaltung, zu der die Landeskirche Rheinland in die Christuskirche an der Friedrich-Heinrich-Allee eingeladen hatte.

Pfarrer Dietrich Spandick. Foto: privat/ Ekir

Wolfram Syben, Superintendent des Kirchenkreises Moers, eröffnete den Abend mit zwei Versionen, zitierte die Homepage einer Krankenkasse, die das Trinkwasser zum obersten Gebot erhebt, weil es einmal gut für uns ist, zum anderen, weil das kostbare Nass quasi umsonst aus dem Wasserhahn tropft. Aber Menschen seien oft gar nicht durstig - oder vergessen zu trinken. So verhalte es sich auch mit einer ganz besonderen Quelle, die mit dem Trinkwasser zwei ganz entscheidende Qualitäten gemeinsam habe: Sie sei lebenswichtig und kostenfrei. "Diese Kraftquelle ist die Bibel", so der Superintendent. Und er beklagte den Mangel an Durst. Was nun Christen dazu beitragen können, den Durst wieder spürbar zu machen, soll das Thema "Zeit für das Wesentliche" in den Blick rücken. Die Gesprächskultur steht ganz oben auf der Liste der aktuellen Forderungen. Überlegungen zwischen dem Gemeindepfarrer und der Leitung, dem Presbyterium, sollen Klarheit schaffen über wichtige Aufgaben, wer oder was von wem erbracht werden muss. Damit soll auch der Überlastung der Geistlichen vorgebeugt werden. Im Mittelpunkt die vorrangig wichtigen Aufgaben: Gottesdienst, Verkündigung, Seelsorge, Diakonie, der gesamte soziale Bereich, die menschliche Zuwendung. Werden sie noch ausreichend versorgt? Fragen, für die individuelle Antworten gefunden werden müssen. Welche Arbeiten in der Gemeinde notwendig seien, sollten die Verantwortlichen jeweils vor Beginn der Gespräche durch Beobachtungen dokumentieren, so die Empfehlung der Landeskirche. "Hier eine Balance zu finden und zu halten, ist eine ebenso wichtige wie anspruchsvolle Aufgabe", so der Superintendent.

Pfarrer Dietrich Spandick* von der Landeskirche führte in das Thema ein. In den vergangenen Jahren hätten die Theologen vor Ort zunehmend mehr Aufgaben übernehmen müssen. Der Beruf habe sich verändert. Für ihn: eine dramatische Veränderung in der Kirchenlandschaft. 800 von 1800 Pfarrstellen würden wegfallen. Es gäbe keine Zeit mehr für Ruhe und Muße. Eine Tatsache auch für Gefahr von Erkrankungen. In der Diskussion äußerten die zuständigen Gremien allerdings auch Sorgen und Probleme, die mit den Gesprächen und Überlegungen verbunden seien, sahen aber gleichzeitig auch Chancen für eine positive Veränderung, vor allem würden Routinen durchbrochen. Und Raum für neue Ideen und eine neue Gestaltung entstehen.

(RP)
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