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Kamp-Lintfort: Neue Ideen für Kamp-Lintforts Stadtmitte

Kamp-Lintfort : Neue Ideen für Kamp-Lintforts Stadtmitte

Zukunftswerkstatt will die Innenstadt attraktiver machen. Bürger sollen sich aktiv beteiligen.

Die zehn Interessierten, die am Mittwochabend zur ersten Zukunftswerkstatt Innenstadt in den Cari-Treff am Rathausplatz gekommen waren, waren sich schnell einig, was ihnen in der Stadtmitte gefällt. Sie lobten die "soziale Infrastruktur", also die vielen Geschäfte und Cafés, die Ärzte und Apotheken sowie die Treffpunkte und Anlaufstellen. Sie hoben hervor, wie grün die Innenstadt ist, um dann auf das Stephanswäldchen und den Park am Pappelsee hinzuweisen, die in wenigen Minuten zu erreichen seien. Außerdem freuten sie sich über das Gesicht der Innenstadt, das sich in den letzten Jahren positiv verändert habe.

Doch die Interessierten sollten in der Zukunftswerkstatt nicht nur die positiven Seiten der Innenstadt herausarbeiten, wie die beiden Organisatorinnen Tanja Reckers vom Quartiersbüro Mitte und Jeannette Fritz vom Sozialamt betonten. Sie sollten auch die Punkte ansprechen, die zwischen Altem Rathaus und Hochschule, Stadthalle und Umgehungsstraße nicht gefallen.

Ein Thema war die Ruhe, die eingekehrt, wenn um 18.30 Uhr die meisten Geschäfte schließen. "Abends ist die Innenstadt wie ausgestorben", sagte eine Frau um die 60. Sie bekomme Angst, wenn sie durch die Straßen gehe, besonders im Winter. Einmal sei sie von vier Männern verfolgt worden, als sie in die Sparkasse gegangen sei. Sie habe die Karte in ihrer Tasche gelassen und kein Geld gezogen, weil sie so weiche Knie gehabt habe. In Hamburg, wo sie bis vor drei Jahren gelebt habe, habe sie nie Angst verspürt, bei Dunkelheit auf die Straße zu gehen. Sie sprach die Wege durch die Hinterhöfe der Geschäftshäuser an, die miteinander verbunden seien und ein eigenes Netz bilden würden. Sie seien mit dem Fahrrad nicht befahrbar und zu Fuß nur schwer begehbar, da sie grob geschottert seien. Außerdem seien sie verwildert. Sie regte an, die Mieter könnten an diesen Privatwegen Blumen pflanzen - passend zur Landesgartenschau 2020.

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Eine andere Frau blickte auf die Ärzte, deren Praxen oft in der ersten Etage liegen würden. Es gebe noch einige, die keinen Aufzug hätten oder einen alten, in den Rollatoren, Rollstühle oder Kinderwagen nicht hineinpassen würden. Wieder eine andere Frau, die sich in der Seniorenarbeit engagiert, wies auf das bürgerliche Engagement hin, das stärker sein könne, damit sie mit Mitte 80 endlich kürzertreten könne. Ein Mann berichtete von den Sitzgelegenheiten, von denen es am Prinzenplatz und im Einkaufsbereich der Moerser Straße zu wenig gebe, ebenso wie Papierkörbe.

Eine bessere Nachbarschaft, mehr Sitzgelegenheiten und mehr Barrierefreiheit waren die Wünsche, die von den Interessierten am Ende der Zukunftswerkstatt die meisten Punkten bekamen. "Die Wünsche nehmen wir mit", sagte Tanja Reckers. "Wir bringen sie in das Quartiersmanagement ein." Sie plant, aus der ersten Zukunftswerkstatt einen Stammtisch entstehen zu lassen, zu dem sich die Interessenten regelmäßig treffen.

(got)