Musikzug Kamp-Lintfort probt für Sankt Martin 2018

Kultur in Kamp-Lintfort : Musikzug probt für St. Martin

Derzeit sind die Musiker aus Kamp-Lintfort besonders gefragt. Bei 14 Martinszügen sind sie im Einsatz. Es könnten noch mehr sein, aber dann müsste sich der Musikzug aufteilen. Deshalb werden dringend neue Mitglieder gebraucht.

Sankt Martin ist für den Musikzug Kamp-Lintfort Hochsession. „Wir spielen bei 14 Martins­­­zügen“, erzählt Vorsitzender Achim Pogoda. „Los geht es immer am ersten Samstag im Monat in Moers-Vinn. Dann sind wir bis zum 14. November jeden Tag im Einsatz, in Krefeld, Homberg, Repelen und Lintfort.“ Dabei kann er gar nicht alle Anfragen annehmen. „Mit tut es weh, nein zu sagen, wenn eine Kindergartenleiterin anruft und fragt, ob wir spielen können“, erzählt der 51-jährige Tenorhornspieler. „Es ist immer so schön, wenn die Kinder zu Sankt Martin kräftig mitsingen. Aber wir können uns nicht zweiteilen.“

Das soll sich bis zu den Martinszügen im nächsten Jahr ändern. Um bei zwei Martinszügen gleichzeitig auftreten zu können, sucht der Musikzug, der sich 2006 aus dem Sportverein Fichte Lintfort gründete, weiteren Nachwuchs. „Wir haben 18 aktive Musiker“, erläutert Achim Pogoda. „Dazu kommen sechs Auszubildende. Es dauert rund zwei Jahre, bis sie im Musikzug mitspielen können. Alle Altersklassen sind dabei, von 13 bis 69 Jahren.“ Ist der Musikzug doch eine große Familie.

Die Blechblasmusiker sitzen meistens schon eine halbe Stunde im Vereinsraum zusammen, bevor sie am Freitag gegen 19.30 Uhr mit der großen Probe beginnen, die auf den Einzelunterricht folgt. Wenn diese gegen 22 Uhr zu Ende ist, bleiben sie im Souterrain des Diesterwegforums an Vinnstraße zusammen, um sich auszutauschen. „Bei uns geht es sehr familiär zu“, sagt Achim Pogoda, der bereits 1990 stellvertretender Vorsitzender war, um im Frühjahr 2017 Harry Migdalek als Vorsitzenden abzulösen, der nach 38 Jahren nicht mehr kandidiert hatte.

Auch einstige Aktive, von denen der Musikzug 30 hat, und Freunde schauen am Freitagabend vorbei. Sie kommen auch zu den außermusikalischen Treffen des Musikzuges, etwa zum Oktoberfest, zum Martinsgansessen, zur Silvesterfeier, zur Karnevalsfeier oder zu einer Schiffstour.

In diesen Wochen hören die einstigen Aktiven Martinslieder, die Dirigentin Petra Arndt mit den Trompeten-, Horn-, Posaunen-, Saxophon- und Schlagzeugspielern einübt – „Sankt Martin, Sankt Martin“, „Ich gehe mit meiner Laterne“ oder „Durch die Straßen“. Im Frühjahr bekommen sie Märsche oder Polkas, Filmmusik oder Popsong zu Gehör, zum Beispiel „New York, New York“ von John Kander aus dem Film Cabaret, die Titelmelodie aus dem Musical „König der Löwen“ von Elton John, „Über den Wolken“ von Reinhard Mey, „Sofia“ von Alvaro Soler oder „An Tagen wie diesen“ von den Toten Hosen. Die Blasmusiker treffen den richtigen Ton, wenn sie zum Beispiel im Karneval auftreten, später im Jahr bei Schützenfesten, Hochzeiten oder runden Geburtstagen. „Wir sind immer auf der Suche nach aktuellen Stücken“, sagt Petra Arndt. „Nur so bleiben wir für junge Mitspieler attraktiv.“

Für junge Interessenten, aber auch Interessenten im mittleren Alter, bietet der Musikzug Schnupperkurse an, die vier Wochen lang kostenlos sind. „Wir spielen nach Noten, aber Vorkenntnisse sind nicht notwendig“, berichtet die Dirigentin. „Eine qualifizierte Ausbildung ist gewährleistet. Instrumente, Noten und Sonstiges werden kostenlos von uns gestellt.“

Der Musikzug probt jeden freitags von 19.30 bis 22 Uhr im Souterrain des Diesterwegforums, Vinnstraße 40, Eingang über den Schulhof.
www-musikzug-kamp-lintort.de

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