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Kamp-Lintfort: Musikgenuss kann auch im Regen schön sein

Kamp-Lintfort : Musikgenuss kann auch im Regen schön sein

Wieder einmal hatte das Musikfest des Caritashauses St. Hedwig Pech mit dem Wetter. Gespielt wurde auf der Bühne trotzdem.

Fred Krusch nahm das Wetter am Samstagnachmittag gelassen. "Traditionell regnet es bei ,Rundum Musik'", sagte der Leiter des Caritashauses St. Hedwig mit einem Blick auf die vielen Regenschirme. Die hatten die Besucher ausgeklappt, die keinen Platz mehr im Zirkuszelt oder unter den Pavillons gefunden hatten. Das hatten sie auch vor zwei Jahren so gemacht, als das Fest "Rundum Musik" Premiere gefeiert hatte, zu dem Idee 2013 während der "Woche der Begegnung" zum 25. Geburtstag des Hedwighauses entstanden war.

"Wir sind anders", beschreibt der Leiter gerne das Konzept des Hauses. "Wir sind schräg im positiven Sinne." Dieses Konzept gilt auch für "Rundum Musik". Nicht behinderte und behinderte Besucher feiern zusammen, während sie von der Musik verbunden werden. Diese kommt sieben Stunden lang von der überdachten Bühne und kann ganz unterschiedlich sein.

Am Samstag fesselte zum Beispiel der Mülheimer Chor "Lighthouse Family Choir" mit Gospels, das Xantener Big Band Orchester Niederrhein spielte Swing-, Rock- und Popklassiker oder der Kamp-Lintforter Chor "Musik inklusive" stellte Popklassiker vor. Darin singen Nicht-Behinderte und Behinderte gemeinsam. Peter Braun aus Herne trug als Hansi Hossa Kultschlager aus den 70er Jahren vor, als Elvis Rock'n'Roll-Songs aus den 50ern. Den Abend schloss die niederländische "Heat Wave Band", die Disco- und Partymusik der 70er, 80er und 90er Jahre präsentierte. "Welches Altenheim feiert schon bis 21.30 Uhr?", fragte Fred Krusch und schmunzelte.

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Dabei ist "Rundum Musik" nicht nur ein Musik- und Sommerfest, das ohne den großen Garten, mehrere Sponsoren sowie 140 haupt- und ehrenamtliche Helfer nicht denkbar wäre. Es gilt als eines der größten Altenheimfeste in Deutschland. Gleichzeitig konnten rund 1000 Besucher das Gebäude an der Sandstraße besichtigen.

Bei einer der vier Hausführungen erfuhren sie zum Beispiel von den zwei Wohnbereichen "Junge Pflege". "24 Erwachsene leben hier", berichtete Dietmar Weiß als stellvertretender Leiter des Hedwighauses. "Sie sind zwischen 18 und 65 Jahre alt und mehrfach schwerstbehindert, zum Beispiel durch eine Querschnittlähmung nach einem Autounfall oder Multiple Sklerose." Er zeigte Wohnungen, die 25 Quadratmeter groß sind und von den Bewohnern mit persönlichen Bildern oder eigenen Möbeln individuell eingerichtet wurden. "Sie können sogar Sky schauen", berichtete er. "Wir haben einen Sondervertrag."

(got)