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Kamp-Lintfort: Musiker rocken für die Christuskirche

Kamp-Lintfort : Musiker rocken für die Christuskirche

80 Besucher feierten die Premiere von "Rock'n'Church". Der Erlös geht an den Förderverein, der das Gotteshaus renovieren will.

Am Wochenende gab es eine Premiere in der Lintforter Christuskirche. Erstmals traten in dem markanten Gotteshaus an der Friedrich-Heinrich-Allee zwei Rockbands auf. Rund 80 Besucher waren erschienen, die teilweise in den Kirchenbänken Platz genommen hatten. Die Bänke sollen aber in den nächsten Jahren durch eine flexible Bestuhlung ersetzt werden, wenn genügend Geldmittel vorhanden sind.

Dieses Geld soll durch Spenden und durch den Erlös von Benefizkonzerten zusammenkommen, wie es auch das "Rock'n'Church"-Konzert" eines war. Neben der neuen Bestuhlung soll auch die Akustik in der Kirche verbessert werden.

"Für Gesang oder Posaunenmusik ist die Akustik in der Kirche optimal", sagte Thorsten Rentel, Sänger und Gitarrist der Band "blugruv". "Bei Rockkonzerten sei das anders, da brauche man Elemente, die den Schall schluckten, zum Beispiel Vorhänge.

Rentels Ehefrau Dorothee Peldszus-Rentel ist die Organistin der Christuskirche und hatte die Idee zu diesem Benefizkonzert entwickelt. Sie sprach zwei Rockbands an - "blugruv", die ihres Mannes und "Buckle Up", zu deren Besetzung der evangelische Pfarrer Peter Muthmann gehört. Übrigens ist auch der Kamp-Lintforter Beigeordnete Christoph Müllmann Mitglied dieser Gruppe - er spielt die Keyboards.

Den Anfang machte "blugruv" mit Stücken aus den Genres Blues, Soul und Rock. Zum Gedenken an den kürzlich verstorbenen Blues-Musiker B.B. King spielte die Band seinen Klassiker "The Thrill is gone". Weitere bekannte Songs im Repertoire waren "Six blade knife" von Dire Straits und "Ain't no sunshine" von Bill Withers.

"Buckle up" steht eher für klassischen, harten Rock. Die Band spielte Stücke wie "Child in Time" von Deep Purple, "Riders on the Storm" von den Doors und "Aqualung" von Jethro Tull. Die Musiker schreiben auch selber Songs, sie präsentierten die Eigenkomposition "Buckle Up" - was auf deutsch mit "Anschnallen vor dem Abheben" übersetzt werden kann.

Die Zuhörer waren beim Konzert bester Stimmung und verlangen von beiden Bands nach den jeweiligen Sets Zugaben. Entsprechend großzügig zeigten sich die Gäste, als die Musik verklungen war. Sie spendeten am Ausgang für den Förderverein der Christuskirche, der die Renovierung des Gotteshauses finanziert.

Geplant ist, dass an Ort und stelle ein christlich-kulturelles Zentrum entstehen soll. Doch das setzt umfangreiche Sanierungsarbeiten voraus. Dazu muss unter anderem die Heizungsanlage erneuert werden, zudem sind die Fenster zu isolieren. Im Seitenraum soll eine Küche Platz finden. Ferner soll der Boden, der an einigen Stellen abgesackt ist, wieder eben werden.

Nach einer ersten Schätzung kostet es rund eine Million Euro, die Christuskirche energetisch zu erneuern und umzugestalten. Planender Architekt ist Peter Probst aus Duisburg. Das Ziel der Organisatoren war es ursprünglich, bis zum 100. Geburtstag der evangelischen Gemeinde Lintfort fertig zu werden. Doch ob es erreicht werden kann, ist ungewiss.

(got)