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Moers: „Der Bär, der nicht da war“ kehrt zurück

Kindertheater in Moers : „Der Bär, der nicht da war“ kehrt zurück

Das Schlosstheater hat das Kinderstück innerhalb einer Woche in einer neuen Variante geprobt. Auf der Bühne ist mächtig was los. Und es darf gestaunt werden.

„Der Bär, der nicht da war“ darf jetzt endlich doch da sein, nach fast einem Jahr Zwangspause. Das Kinderstück wurde innerhalb einer Woche in einer neuen Variante geprobt. Anfang des Jahres hatte es einige Schul-Aufführungen gegeben. Bei den Kindern der Meerbecker Uhrschule war das Stück sehr gut angekommen. Doch die eigentliche öffentliche Premiere im Jugendheim St. Barbara konnte nicht stattfinden.

Regisseur Andreas Mihan hat die Pause genutzt, um einiges zu verbessern und an die neue Situation anzupassen. Texte und Videos mit neuen Tanzschritten hat er den Schauspielern vorab geschickt, so dass alle gut vorbereitet in die kurze Probenphase starten konnten. Vor allem ist neu, dass Elisa Reining nicht mehr dabei ist. Sie hatte die Rolle des Bären, der aus einem Juckreiz entsteht und in seinem rosa Plüschfell über die Bühne fetzt, auf der Suche nach sich selbst.

Neu im Ensemble ist Georg Grohmann. Er bespielt die mobile Multifunktionsbühne, die in der Mitte des Raumes aufgestellt ist, jetzt zusammen mit Mathias Heße und Emily Klinge. Die Neubesetzung hat den Regisseur auf die Idee gebracht, das Konzept abzuändern. Als Autor von Kinder-Theaterstücken fiel es ihm nicht schwer, die Vorlage des israelischen Autors Oren Lavie zu ergänzen.

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Alle drei Schauspieler sind nun in der Rolle des Bären zu sehen. „Das ist vielleicht zunächst ein wenig verwirrend, aber passt gut zum Thema der Geschichte, der Suche nach der Identität“, sagt Dramaturgin Viola Köster. „Die Kinder sollen ja dazu aufgefordert werden, Fragen zu stellen und ihre Gefühle zu äußern. Am Ende gibt es dann eine Überraschung, aber die wird noch nicht verraten.“

Tatsächlich haben die ersten Aufführungen schon gezeigt, dass die Kinder sich gerne aktiv einbringen und nicht nur still sitzen und schauen müssen. Zwei weitere Bärenkostüme in verschiedenen Größen, das bedeutete Arbeit für die Nähwerkstatt. Noch farbenfroher und dynamischer wird die Geschichte durch diese Variante. Mal geht es wild, rasant und witzig zu, mal ist die Stimmung verträumt, poetisch und fast meditativ. Auf jeden Fall ist mächtig was los und es darf gestaunt werden: Es wird getanzt und gesungen, es gibt Geräusch- und Lichteffekte.

Aus dem Bauch der Bühne werden Gegenstände hervorgezaubert. Auf der Reise durch den Wunderwald und zu sich selbst begegnet der Bär einem pingeligen Pinguin und einem trägen Schildkröten-Taxi, die einen jeweils ganz eigenen Blick auf die Welt und die Dinge haben. Die Geschichte entsteht scheinbar spontan und improvisiert beim Spielen und teilweise unter Mitwirkung der Zuschauer. Dazu trägt auch die Position der Bühne bei.

Die Stühle stehen an zwei Seiten mit genügend Abstand zur Bühne und zueinander. „Was die Abstandsregeln angeht, halten wir alles penibel ein. Die Erwachsenen müssen natürlich ihren Impf- oder Testnachweis vorzeigen“, so Köster.

Das Ensemble freut sich auf die Premiere am kommenden Sonntag um 15 Uhr. An den folgenden beiden Sonntagen wird es weitere Aufführungen geben und auch noch bis in den März 2022 steht das Stück auf dem Spielplan. Zusätzlich sind auch wieder Schul- und Kita-Aufführungen geplant.