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Moderne Techniken im Krankenhaus Kamp-Lintfort

Medizin in Kamp-Lintfort : St.Bernhard-Hospital setzt neue Defibrilator-Technologie ein

Gastronom Heinz Wissmann aus Goch erhielt am Krankenhaus in Kamp-Lintfort als erster Patient das neue Gerät eingesetzt.

Heinz Wissmann ist trotz seiner 72 Jahre noch beruflich aktiv. Als Gastronom bewirtet er am Wochenende im „Gocher Treff“ viele Gäste. Und eigentlich ging es ihm nicht schlecht. Zumindest fühlte er keine Beschwerden. Die Ergebnisse seines routinemäßigen Belastungs-EKGs waren allerdings so, dass ihm sein Hausarzt zu einem Termin bei einem Kardiologen riet. Dort wurde bei einer Katheter-Untersuchung festgestellt, dass alles in Ordnung sei. Lediglich, so sein Arzt, habe „Heinz Wissmann ein zu großes Herz“. So weit, so gut, glaubte er jedenfalls. Bei einem späteren Kontroll-Termin, dieses Mal bei einem anderen Kardiologen, bekam er die ernüchternde Nachricht: „Wenn ich Sie noch 20 Jahre begleiten soll, empfehle ich Ihnen dringend, sich einen Defibrillator einsetzen zu lassen“, machte ihm dieser Arzt deutlich. Denn Heinz Wissmanns Herzpotenzial lag nur noch bei 30 bis 35 Prozent. Bei Heinz Wissmann bestand aufgrund seiner Erkrankung die große Gefahr lebensbedrohlicher Herzrhythmusstörungen, dem Kammerflimmern. Dr. Klaus Kattenbeck, Chefarzt der Klinik für Kardiologie, Elektrophysiologie, Angiologie, Pulmologie und Schlafmedizin: „Defibrillatoren, die unterhalb des Schlüsselbeins unter die Haut eingesetzt und mit einer Elektrode in den Herzmuskel eingebracht werden, gibt es schon seit vielen Jahren. Sie werden von uns Kardiologen dann genutzt, wenn lebens­bedrohliche Herzrhythmus-Störungen vorliegen. Im Laufe der Jahre kann eine solche Elektrode schon einmal brüchig und gegen eine neue ausgetauscht werden“, erläutert er. Bei bestimmten Patienten treten diese Elektroden-Probleme sogar gehäuft auf. Diese Schwachstellen habe die neue Generation, die sogenannten „subcutanen Defibrillatoren“, nicht mehr. Bei ihnen würden der Defibrillator und die Elektrode direkt unter die Haut geschoben. Die Elektrode müsse nicht mehr ins Herz eingeführt werden. „Das mindert auch das Entzündungsrisiko sowie die Gefahren eines Elektroden-Bruchs“, macht Klaus Kattenbeck die Vorteile der neuen Technologie deutlich. „Dennoch sind die neuen Geräte nur für bestimmte Patienten sinnvoll. Denn sie haben nicht alle Funktionen der bekannten Defibrillatoren.“ Heinz Wissmann erhielt als erster Patient am St. Bernhard-Hospital das neue Gerät eingesetzt. „Ich fühle mich top-fit“, lacht er. „Natürlich bin ich froh, dass ich von dieser neuen Technologie profitiere.“

(RP)