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Mitreißendes Konzert mit dem Tana Gospel Choir in der Kamp-Lintorter Kreuzkirche

Konzert in Kamp-Lintfort : Mitreißender Gospel in der Kreuzkirche

Der Tana Gospel Choir aus Madagaskar begeisterte in Kamp-Lintfort mit überbordender Freude und hohem Niveau. Am Freitag gab er in Moers ein Konzert zusammen mit den Joyful Voices, am Wochenende gastiert er in Düsseldorf.

Mit Jubel wurde der Tana Gospel Choir am Donnerstagabend in der Kamp-Lintforter Kreuzkirche empfangen. Als 290 Besucher im evangelischen Gotteshaus aufgehört hatten, zu klatschen, trug der Chor sein erstes Stück vor. „Enjoy our music“, sagte die Vorsängerin. „You can dance. You can sing.“ Die Besucher sollten den Gospelabend genießen. Und einige standen wirklich auf, um sich klatschend in Mittänzer und Mitsänger zu verwandeln.

Tatsächlich rissen die 20 Sängerinnen und Sänger sowie zehn Musiker mit einer Gospelmusik mit, wie es sie nur auf Madagaskar gebe, wie Christoph Roller sagte, der den Chor an den Niederrhein geholt hat. „70 Prozent der Pflanzen und Tiere auf Madagaskar sind endemisch, es gibt es nur dort, nirgendwo anders“, sagte der Kamp-Lintforter Pfarrer und Mitarbeiter des Kirchenkreises Moers, der schon mehrmals die Insel östlich des afrikanischen Kontinents besucht hat. „Genauso ist es mit der Musik des Tana Gospel Choirs. Sie ist endemisch.“

Der A-Cappella-Song „I Am Happy“ erinnerte an Black Gospel, das Lied „Jesosy Ro Hazomanga“ mutete afrikanisch an, es wurde gesungen in der Landessprache Malagasy. „Praise“ groovte ein wenig wie Barockmusik eines Johann Sebastian Bach, „Reharahako“ wie Rockmusik. Poppig klang „Hody Anim-Draiko“, jazzig „Zacchaeus“. Der Chor, der sich nach der Kurzform der Hauptstadt Madagaskars Antanarivo nennt, schreibt oder arrangiert die Stücke selbst.

Die Ensemble-Mitglieder widmen sich der Musik semiprofessionell. Auch wenn die meisten noch einer anderen Arbeit nachgehen, üben sie mehrfach in der Woche, nehmen Gesangunterricht und gehen auf große Tourneen. Dabei überzeugt der Chor zum einen mit einem satten Sound, wie am Donnerstagabend in Kamp-Lintfort und am Freitagabend in der evangelischen Kirche in Asberg, wo er zusammen mit dem Gospelchor „Joyful Voices“ aus Moers auftrat. Zum anderen reißt er mit seiner Freude und Begeisterung mit, mit der er die Lob- und Liebeslieder auf Jesus und Gottes Herrschaft in die Welt hinausschmettert und die Menschen animiert, zu klatschen, zu tanzen und zu singen. Damit kann er gar nicht aufhören. In Kamp-Lintfort sang er zwei Stunden lang, um sich nach großem Jubel mit zwei Zugaben zu verabschieden.

Der Tana Gospel Choir, der 2004 gegründet wurde, besucht Deutschland erst zum dritten Mal. 2016, zum 500. Jahrestag der Reformation, machte er auch einen Abstecher in die Moerser Festivalhalle, wo er in einem Projekt zusammen mit niederrheinischen Gospelchören sang. Diesmal ist Chor, der vor einer Woche die Besucher des evangelischen Kirchentages in Dortmund begeisterte, bei Privatpersonen in Kamp-Lintfort untergebracht. Am Wochenende macht er einen Abstecher nach Düsseldorf, wo er am Samstag in der Unterrather Petruskirche eine Gospel-Werkstatt leitet, am Sonntag um 11 Uhr im Gottesdienst singt und um 17 Uhr zusammen mit anderen Gospelchören ein Konzert gibt.