Mit der RP die Laga-Baustelle in Kamp-Lintfort besichtigen.

Landesgartenschau 2020 : Mit der RP die Laga-Baustelle besichtigen

Auf der Landesgartenschau-Baustelle im Zechenpark herrscht Bewegung. An vielen Stellen wird auf Hochtouren gearbeitet. Die Rheinische Post lädt ihre Leser für den 24. September zu einer exklusiven Baustellen-Führung ein.

Vor sieben Jahren fuhren an der Friedrich-Heinrich-Allee in Kamp-Lintfort noch täglich Kumpel ins Bergwerk West ein, um Steinkohle zu fördern – bis zum 31. Dezember 2012, dann war Schicht im Schacht auf der Zeche. Jan Holsteg trifft heute oft ehemalige Bergleute, die auf West untertage gearbeitet hatten. „Sie haben viele Geschichten zu erzählen“, sagt er. Und Jan Holsteg hört ihnen gerne zu. Denn die alten Bergbau-Zeiten in Kamp-Lintfort hat er nicht miterlebt. Jan Holsteg ist gelernter Landschaftsbauer. Seit September 2018 arbeitet er als Bauherren-Vertreter der Laga-GmbH an der Umsetzung der Landesgartenschau-Planung für das alte Zechengelände mit. Auf dem rund 40 Hektar großen Areal im Herzen Kamp-Lintforts entsteht ein Zechenpark. „Wir sind dem Bergbau gefolgt – und zwar im wahrsten Sinne des Wortes“, sagt der Projektleiter. „Sobald ein Bereich auf dem Gelände durch die RAG saniert war, sind wir hinterher. Es greift alles ineinander.“ Seit etwa zwei Monaten ist die Altlastensanierung des kompletten Areals abgeschlossen.

Der Wandel auf dem Gelände geht stetig voran, allerdings rückt der Eröffnungstag der Landesgartenschau (17. April 2020) auch immer näher. Jan Holsteg bleibt gelassen: „Wir haben noch Luft“, sagt er und hat den Zeitplan immer im Blick. Schon in den nächsten Tagen soll der Quartiersplatz im Schatten der Fördertürme seinen Asphaltrahmen bekommen. „Ein Wasserspiel wird das Highlight auf dem weitläufigen Platz sein.“ Zurzeit ragen zwar Rohre noch sichtbar aus dem Boden heraus, doch das soll sich schon bald ändern. „Das Wasser kommt aus insgesamt 50 Quelldüsen. Die komplette Technik ist in einem Schacht eingebaut.“ In diesem Herbst startet auch der zweite Pflanzgang. Zwei Drittel der 900 neuen Bäume (Hopfenbuche, Blumenesche, Purpur-Erlen, Robinien, Hopfenbuchen, Blauglockenbäume und Esskastanien) wurden bereits im Frühjahr gepflanzt. „Jetzt kommt der Rest“, betont Holsteg. Überhaupt sprießt schon an vielen Stellen das Grün. Aktuell geht die Aussaat der Rasenflächen weiter. Im nächsten Jahr sollen die Blumenwiesen schön blühen. „Eine Kollegin ist zurzeit mit der Ausschreibung für die Blumenzwiebeln und Stauden befasst“, berichtet der Projektleiter. Die Zwiebeln sollen im Herbst gesetzt werden, die Stauden im nächsten Frühjahr. Es entstehen auch Schattenplätze mit Weidentunneln und Picknickflächen.

Auf dem Gelände sind unterschiedliche Grünflächen geplant. So ist für einem Bereich „belastbarer“ Rasen mit Schotter vorgesehen, auf dem auch eine Bühne aufgebaut werden kann. Und am Hang des Landschaftsbauwerks wird Sportrasen angelegt. Auch das Gelände für die Ausstellergärten ist inzwischen vorbereitet. „Es entsteht eine Achse, an der sich die einzelnen Gärten anschließen werden“, erläutert der Projektleiter. Voraussichtlich Ende September wird der Verband deutscher Baumschulen seinen Garten anlegen. Es folgen der Verband deutscher Friedhofsgärtner und etliche weitere Projekte wie der Glaubensgarten des Vereins „Eden“, der am Donnerstag den Aussteller-Vertrag mit der Laga-GmbH abschließen wird. Auch auf der anderen Seite des Landschaftsbauwerks, einer Anhöhe im Zechenpark, unter dem die RAG die Altlasten verbracht hatte, nehmen die dort geplanten Projekte Gestalt an. Die Erschließungsarbeiten für das Green FabLab der Hochschule Rhein-Waal und für das Erlebnispädagogische Zentrum Kalisto sind so gut wie abgeschlossen.

„Ich gehe davon aus, dass die ersten Wände in drei bis vier Wochen stehen“, sagt Holsteg. In dieser Woche startet der Bau des Spielplatzes. Dort wird sich die Bergbaugeschichte der Stadt Kamp-Lintfort deutlich widerspiegeln. Ein Nachbau des Förderturms als Kletterturm mit Röhrenrutsche sowie Spiel- und Turngeräte in Form von Waschkaue, Stollen und Kriechschacht werden dort errichtet. Die Sanierung des rund 70 Meter Hohen Förderturm läuft ebenfalls auf Hochtouren. Er soll als Aussichtsplattform dienen und bekommt einen neuen Aufzug. „Das Gerüst wird Ende Oktober abgebaut“, sagt Jan Holsteg.

Für ihn ist es die erste Landesgartenschau, an deren Realisierung er beteiligt ist. „Es ist eine spannende Aufgabe. Wir bringen hier in nur wenigen Jahren die Stadtentwicklung Kamp-Lintforts voran.“

Jan Holsteg hat die Baustelle im Zechenpark und den Zeitplan bis zur Eröffnung der Landesgartenschau 2020 im Blick. Auf dem Areal wird überall gearbeitet. Ende September werden die ersten Ausstellergärten hergerichtet. Foto: Norbert Prümen (nop)

Info www.kamp-lintfort2020.de

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