Kamp-Lintfort: Mensch stirbt nach Brand in Zechenhaus

Kamp-Lintfort: Mensch stirbt nach Brand in Zechenhaus

Das Erdgeschoss des Bergmannshauses an der Walterstraße in Kamp-Lintfort stand voll in Flammen, als die Feuerwehr am Einsatzort ankam. Für eine Person, die im Haus war, kam jede Hilfe zu spät. Die Identität des Opfers ist nicht geklärt.

Als die Feuerwehr an der Walterstraße in Kamp-Lintfort ankommt, brennt das Erdgeschoss des kleinen Bergmannshauses bereits lichterloh. Die Flammen schlagen aus den Fenstern heraus, die Scheiben sind zerborsten, starker Qualm dringt auch in die obere Etage des Gebäudes. Um 13.29 waren die Feuerwehrleute mit dem Stichwort "Personen in Gefahr" alarmiert worden. Anwohner hatten Feuer und Rauch bemerkt und sofort Polizei und Feuerwehr zur Hilfe gerufen. Obwohl der Zugang ins Haus durch die Flammen erschwert wurde, schafften es die Einsätzkräfte, einen Menschen aus dem brennenden Haus zu retten. Doch die Hilfe kam zu spät: Die Person starb im Rettungswagen an ihren Verletzungen. "Die Notärzte haben versucht, das Opfer zu reanimieren. Seine Identität ist allerdings nicht geklärt. Wir wissen noch nicht, ob es sich bei dem Opfer um einen Hausbewohner oder um eine andere Person handelt", teilte Daniel Freitag, Pressesprecher der Kreispolizeibehörde Wesel, gestern auf Anfrage unserer Zeitung mit. Die Kriminalpolizei wird jetzt einen DNA-Abgleich machen, um die Leiche zu identifizieren. Auch die Brandursache ist noch offen: "Es laufen die Ermittlungen zur Todes- und Brandursache", betonte der Polizeisprecher. Sachverständige werden das komplette Gebäude untersuchen.

Die Freiwillige Feuerwehr rückte mit sieben Einsatzfahrzeugen, darunter ein Wagen mit einer Drehleiter, zur Walterstraße aus. Insgesamt 27 Kräfte versuchten, das Feuer im Haus zu löschen. Die Rettung der im Gebäude vermuteten Person stand für die Männer, die mit Atemschutz das Haus betraten, im Fokus. "Das Erdgeschoss stand im Vollbrand. Deswegen gestaltete es sich für unsere Leute schwierig, ins Haus zu kommen. Aktuell gibt vor allem im hinteren Bereich des Hauses noch einige größere Glutnester, die wir löschen müssen", berichtet Bernd Manders, Pressesprecher der Feuerwehr in Kamp-Lintfort.

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Erschwerend kam für die Feuerwehrleute hinzu, dass sie parallel noch zu einem anderen Einsatz gerufen worden waren. "Es handelte sich um eine hilflose Person, die in ihrer Wohnung eingeschlossen war. Dort mussten wir die Türe öffnen", berichtete Manders.

Die Walterstraße befindet sich in der Kamp-Lintforter Altsiedlung und liegt parallel zur Ebertstraße. Der beißende Qualm war in weiten Teilen der Kolonie wahrzunehmen. Die Nachbarn des betroffenen Zechenhauses zeigten sich geschockt. Als das Opfer abtransportiert wurde, dienten Planen als Sichtschutz. Die meisten blieben in ihren Wohnungen, um vermutlich die Einsatzkräfte nicht zu stören.

(RP)