Manfred Stratenhoff ist eng mit dem Bergbau in Kamp-Lintfort verbunden.

Bergbau-Tradition in Kamp-Lintfort : Manfred Stratenhoff ist eng mit dem Bergbau verbunden

Heute ist er Ehrenvorsitzender der Fördergemeinschaft für Bergmannstradition, die er mit gegründet hatte. Donnerstag feiert er den 80. Geburtstag.

„Der Bergbau hat mein Leben geprägt.“ Manfred Stratenhoff sagt diesen Satz gerne. Schon mit fünf Jahren fuhr er das erste Mal mit seinem Vater ins Bergwerk ein. Das war 1944 in Oberhausen-Alstaden, als während des Zweiten Weltkrieges unzählige Bomben auf den Kohlenpott fielen und Regeln nicht immer eingehalten wurden. Schließlich kannte er das Gelände, weil er als Kind schon einmal über die Zechmauer sprang, um beim Misten der Pferde zu helfen. Das schwarze Gold ließ ihn nicht mehr los. Neben seinem Vater waren schon sein Großvater und sein Urgroßvater Kumpel gewesen, wie er in seiner Autobiografie „Ein Leben für den Bergbau“ beschreibt, die im September 2013 erschien.

1954 fing er als Berglehrling beim „Pütt“ Alstaden an, um sich über Bergvorschule und Bergschule hoch zu arbeiten. 1972 wechselte er als Fahrsteiger zum Bergwerk Thyssen 2/5 nach Duisburg-Hamborn. 1976 ging der Familienvater zum Bergwerk „Friedrich Heinrich“, wo er 1984 Obersteiger für Förderung und Transport und 1988 Betriebsführer für die rückwärtigen Dienste wurde. Dort führte er die Barbarafeier am 4. Dezember mit ökumenischem Gottesdienst ein, bevor er im Juli 1994 in den Ruhestand ging. Bereits sieben Jahre zuvor hatten Harry Wansner, sieben Bergleute und er die Fördergemeinschaft für Bergmannstradition Linker Niederrhein gegründet.

Harry Wansner wurde Vorsitzender, Manfred Stratenhoff Protektor des neuen eingetragenen Vereins. „Die Gründer haben schon Ende 1987 gesehen, dass der Bergbau einmal Geschichte ist“, sagt Norbert Ballhaus, der Ende 1991 die Funktion des Protektors von Manfred Stratenhoff übernahm, weil dieser Vorsitzender wurde. „Sie haben frühzeitig begonnen, Dokumente, Bilder und Gegenstände des Bergbaus zu sammeln. Da war es noch nicht zu spät dazu.“

Die Mitgliederzahl der Fördergemeinschaft, die von Anfang an für Nicht-Bergleute geöffnet war, wuchs schnell an. Heute zählt sie mit 650 Mitgliedern zu den größten Knappenvereinen in Nordrhein-Westfalen. Bereits 2008 erhielt Manfred Stratenhoff das Bundesverdienstkreuz, auch für seine Aktivitäten beim Ring Deutscher Bergbauingenieure, deren Vorsitzende er für den Bereich Moers ab 1992 war und deren Ehrenvorsitzender er heute ist.

Anfang 2018 wurde er zum Ehrenvorsitzenden der Fördergemeinschaft ernannt. „Manfred Stratenhoff hat immer das Tagesgeschäft gesehen, aber auch darüber hinaus geblickt“, gratuliert Norbert Ballhaus zum 80. Geburtstag.

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