Kamp-Lintfort: Lineg zeigt das Werk von Heinz Mack

Kamp-Lintfort : Lineg zeigt das Werk von Heinz Mack

Die Genossenschaft präsentiert in Zusammenarbeit mit der Kamp-Lintforter Galerie Schürmann die druckgrafischen Arbeiten des berühmten Zero-Künstlers - darunter seinen bisher größten Siebdruck "Temperatur der Farben".

Die "Temperatur der Farben" lässt sich im imposanten Treppenaufgang des Lineg-Gebäudes an der Friedrich-Heinrich-Allee spüren. Diesen Ort hat Galerist Andreas Verfürth für Macks bislang größten Siebdruck gewählt - damit er auf seine Betrachter so richtig wirken kann. Ein bisschen stolz ist der Kamp-Lintforter Galerist schon, dass er nach Kunst-Größen wie unter anderem Markus Lüpertz und Otto Piene das Werk einen weiteren wichtigen Künstlers in Kamp-Lintfort ausstellen kann.

"Zero gehört für mich zu den Meilensteinen der deutschen Kunstgeschichte", betont Verfürth. Es sei ein berufliches Highlight, Heinz Mack zu zeigen. "Wobei mir seine schwarz-weißen Arbeiten am besten gefallen." Davon können sich Kunstinteressierte ab dem heutigen Freitag, 29. Juni, 18 Uhr, bei der Lineg selbst überzeugen. Unter dem Titel "Temperatur der Farben" ist dort bis zum 3. August vor allem das jüngere druckgrafische Werk des Zero-Mitbegründers zu sehen: insgesamt 64 Arbeiten, darunter auch fünf Unikate und sechs Skulpturen. "Ich finde ja, dass man vor allem in seiner Bildhauerei erkennt, was er mit seinen Grafiken ausdrücken will", sagt Verfürth, der vor sieben Jahren in seiner Galerie an der Moerser Straße Arbeiten der berühmten Künstlergruppe ausgestellt hat.

Als Mitbegründer der international einflussreichen Zero-Gruppe ist Heinz Mack mit seinen Lichtreliefs und Lichtinstallationen berühmt geworden. Das Oeuvre des mehrfachen Documenta-Teilnehmers umfasst Malerei, Bildhauerei und offeriert sowohl das kinetische Objekt als auch die Feuerinstallation. Bei der Lineg kann man insbesondere sein druckgrafisches Werk entdecken: Serigrafie, Linolschnitte und Lithografie. Die älteste ausgestellte Arbeit stammt aus dem Jahr 1963, die meisten anderen sind aus den Jahren 2000 bis etwa 2007.

Für die Ausstellungen mit der Galerie Schürmann räumt selbst Lineg-Vorstand Karl-Heinz Brandt die Wände in seinem Büro frei. Brandt, selbst ein großer Kunstfreund, hat vor allem Macks Schwarz-Weißen hängen lassen. Doch nicht nur in den langen Lineg-Fluren und dem großen Treppenaufgang, sondern auch im Pförtnerbüro sind dieses Mal einige Werke zu sehen. Andreas Verfürth hätte das Mack-Werk gerne schon vor drei Jahren in Kamp-Lintfort gezeigt. "Er hatte damals aber mehrere Ausstellungen im Ausland, so dass es nicht klappte", erzählt er. Möglich wird die Präsentation aufgrund der Zusammenarbeit der Galerie Schürmann mit dem Düsseldorfer Verlag Till Breckner.

"Der Verlag verwaltet das grafische Werk von Heinz Mack. Ich habe vor zehn bis zwölf Jahren dort die ersten Uecker-Grafiken für meine Galerie erworben", erzählt der Kamp-Lintforter Galerist. Bei vielen Druckgrafiken, die ausgestellt sind, handelt es sich um das jeweils letzte Exemplar: die Lithografie vom Stein zum Beispiel. Ausgestellt ist auch Heinz Macks "zwölf Stunden-Mappe" mit zwölf Grafiken, in denen er den Farben des Lichts vom Morgengrauen bis zur Abenddämmerung künstlerisch nachspürte. Der Betrachter erlebt hier eine wahre Farbexplosion auf Büttenpapier.

Um die Vielfalt des Zero-Künstlers darzustellen, hat Verfürth auch einige Pastelkreide-Unikate sowie einzelne Objekte nach Kamp-Lintfort geholt - aus Edelstahl, Holz und Porzellan. Das Kreuz mit einem achtzackigen Stern, der alle Regenbogenfarben vereint, steht aus Sicht des Kamp-Lintforter Galeristen für Macks Beschäftigung mit sakralen Themen. Auch die Schalen aus glasiertem Porzellan sind eine Auseinandersetzung mit Farben.

Die Ausstellung "Temperatur der Farben" wird heute, 29. Juni, 18 Uhr, im Lineg-Gebäude an der Friedrich-Heinrich-Allee eröffnet. Besuchsmöglichkeiten sind während der Geschäftszeiten (montags bis donnerstags von 9 bis 16 Uhr, freitags von 9 bis 13 Uhr) oder nach Vereinbarung unter 02842 9600 möglich.

(RP)
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