Lehrstollen in Kamp-Lintfort wird 2020 Besuchermagnet.

Bergbau in Kamp-Lintfort : Lehrstollen wird 2020 Besuchermagnet

Beim Radwandertag schauten sich 165 Besucher an, wie die Kumpel früher Kohle förderten. Die Kapazität reichte nicht aus. Die Fördergemeinschaft für Bergmannstradition rechnet mit einem hohen Besucherandrang zur Gartenschau.

Beim 28. Niederrheinischen Radwandertag bildeten sich vor dem Lehrstollen Schlangen. Die Mitglieder des Teams zeigten am Sonntag 165 Radlern, mit welchen Maschinen die Kumpel einst das schwarze Gold ans Tageslicht holten. „Wir konnten nicht mehr Besucher durchschleusen“, sagte Norbert Ballhaus als Vorsitzender der Fördergemeinschaft für Bergmannstradition am Mittwochabend. „Eine Gruppe darf maximal 15 Personen haben. Eine Führung dauert eine halbe Stunde.“ Der Radwandertag war ein Probelauf für die Landesgartenschau 2020, besonders weil erstmals eine Themenroute „Industriekultur“ zu Bergbauzielen in Neukirchen-Vluyn und Kamp-Lintfort im Angebot war, die auf sehr gute Resonanz stieß. Wie an diesem Sonntag, an dem der Lehrstollen neben dem Haus des Bergmanns und der Halde Norddeutschland ein Besuchermagnet war, will die Fördergemeinschaft während der Landesgartenschau jeden Samstag und jeden Sonntag Führungen durch den Lehrstollen anbieten.

Das berichtete Norbert Ballhaus am Mittwoch, als sich 50 Mitglieder der Fördergemeinschaft in der Gaststätte „Altes Kasino“ an der Ringstraße versammelt hatten. Jeweils zehn Führungen will die Fördergemeinschaft an den beiden Tagen des Wochenendes anbieten, um so insgesamt 300 Besuchern den Abbau der Kohle zeigen zu können. „Die Nachfrage wird erheblich größer sein“, blickte der Vorsitzende auf das nächste Jahr. „An Spitzentagen rechnet die Laga GmbH mit bis zu 10.000 Besuchern.“ Von montags bis freitags will die Fördergemeinschaft außerdem Führungen durch den Lehrstollen anbieten, zu denen sich die Besucher vorab anmelden müssen. Bei den Führungen an den Wochenenden sollen sie spontan mitgehen können, soweit sie Wartezeiten an dem Besuchermagneten in Kauf nehmen wollen.

Bei der Mitgliederversammlung konnte sich Ballhaus vorstellen, in der geplanten Galerie in der südlichen Hälfte des Schirrhofes, der sich nördlich an den Lehrstollen anschließt, einen Warteplatz für Besucher einzurichten. Doch Christoph Müllmann erklärte, der Umbau des Erdgeschosses des Schirrhofs werde länger dauern als zunächst geplant. „Zu Beginn der Laga ist dort noch Baustelle“, berichtete der Erste Beigeordnete und zweiter Vorsitzender der Fördergemeinschaft.

Die Bauarbeiten im südlichen Obergeschoss des Schirrhofs sind dagegen in den nächsten Tagen abgeschlossen, obwohl sie bis in den Spätsommer hätten dauern sollen. „Wir haben Glück gehabt“, berichtete Ballhaus über das neue Vereinsheim. Fünf Langzeitarbeitslose einer Maßnahme des TÜV Nord Bildung hätten den Aktiven der Fördergemeinschaft geholfen, elektrische Leitung zu verlegen, zu tapezieren und zu streichen. Darunter waren ein Maurer und ein Anstreicher, die wie alle äußerst professionell gearbeitet hätten. Die Sparkasse Duisburg Stiftung habe 5000 Euro für Renovierung und Umzug gespendet. Die Fördergemeinschaft habe gebrauchte, fast neuwertige Möbel erhalten.

Weil die Renovierung so schnell abgeschlossen sei, befinde sich außen am Schirrhof noch eine Brandschutztreppe, über die Kisten mit Büchern, Lampen und Mineralien leicht nach oben befördert werden könnten. Zur Barbarafeier am 4. Dezember sollen die Bergbauutensilien aus den Kartons im neuen Vereinsheim ausgepackt sein.

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