Landesgartenschau in Kamp-Lintfort soll interreligiös eröffnet werden

Besuch in Kamp-Lintfort : Laga soll interreligiös eröffnet werden

Antonius Hamers, Leiter des katholischen Büros in Düsseldorf, schaute sich die Parzelle an, um die jetzt eine Hainbuchenhecke gepflanzt worden ist. Sie liegt zentral auf dem Gelände, weil Interreligiosität eine große Rolle spielt.

„Auf einer Landesgartenschau müssen die Religionsgemeinschaften Flagge zeigen.“ Darin sind sich René Schneider und Antonius Hamers einig. Der Landtagsabgeordnete aus Kamp-Lintfort hatte deshalb den Leiter des katholischen Büros aus Düsseldorf eingeladen, die Parzelle auf dem Gelände der Landesgartenschau zu besichtigen, auf der die Religionsgemeinschaften Flagge zeigen.

Sie besichtigten am Montagnachmittag die 20 mal 20 Meter große Fläche des interreligiösen Gartens Eden. „Ich wollte auch den Leiter des evangelischen Büros einladen“, sagte der evangelische Landtagsabgeordnete, der gleichzeitig einer der Sprecher der Kolpingfamilie Xanten ist. „Aber diese Stelle ist zurzeit nicht besetzt, sondern erst wieder im Januar.“

Von Heinrich Sperling, dem Geschäftsführer der Laga-GmbH, erfuhren er und der Repräsentant der fünf katholischen Bistümer Nordrhein-Westfalens in Düsseldorf: „Der Garten liegt auf einer zentralen Fläche. Hier treffen sich der Weg der Promenade und der zentrale Erschließungsweg.“

Von Lutz Zemke, dem Vorsitzenden des Vereins Garten Eden, hörten sie, am 17. April solle die Landesgartenschau mit einem religiösen Impuls mehrerer Religionsgemeinschaften eröffnet werden. Und von Stephanie Dormann, der stellvertretenden Leiterin des Vereins, bekamen sie erzählt, wie am Samstag 25 Ehrenamtliche 800 Setzlinge für eine Hainbuchenhecke gepflanzt hatten, von der die 400 Quadratmeter große Parzelle umgeben und gegliedert wird.

Die Pastoralreferentin brachte den beiden außerdem das Konzept des interreligiösen Gartens näher. Der Garten solle Laga-Besucher zum Verweilen einladen. Dafür gebe es drei Kommunikationsecken, in denen Sitzblöcke stehen würden. In der vierten Ecke liege die Bühne. Es seien feste Gebets- und Meditationszeiten geplant, die dort von Gruppen gestaltet werden können.

Auf einem Hochbeet in der Mitte des Gartens werde ein Olivenbaum gepflanzt. Dieser sei von Stelen umgeben, auf denen Zitate aus Tora, Bibel und Koran, den drei Büchern der monotheistischen Weltreligionen, über die Schöpfung zu lesen seien. Es gebe einen Quellstein, weil in diesen drei Religionen das fließende Wasser als Symbol des Lebens eine große Rolle spiele. „Durch den Garten Eden entsteht ein ganz anderes, nachhaltiges Miteinander der Religionsgemeinschaften“, bekamen die beiden Besucher am Montagnachmittag mit auf den Weg, nachdem sie am Vormittag Kloster Kamp besichtigt hatten.

Antonius Hamers zeigte sich vom interreligiösen Konzept begeistert. „Der Garten Eden ist für mich ein zusätzlicher Anreiz, zur Landesgartenschau zu kommen“, sagte der 50 Jahre alte promovierte Theologe, der erst vor einigen Tagen zu einem Domkapitular des Hohen Doms zu Münster in Westfalen ernannt worden war.